Fünf verletzte Polizeibeamte bei einer Verkehrskontrolle in Sint-Jans-Molenbeek (Brüssel)

Drei Polizeibeamte wurden am Montagmorgen bei einer Verkehrskontrolle auf der Genter Straße (Gentsesteenweg/Chaussée de Gand) in Sint-Jans-Molenbeek schwer verletzt, eine Polizistin schwer am Kopf. Die Frau wurde von einem Autofahrer umgestoßen und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf. Sie und zwei Kollegen wurden ins Krankenhaus gebracht, konnten aber kurz danach wieder die Notaufnahme verlassen. Die Polizistin erlitt eine Gehirnerschütterung. Zwei weitere Polizeibeamte erlitten leichte Verletzungen. Der Täter wurde festgenommen.

Am Montagmorgen führten Polizeibeamte eine Verkehrskontrolle auf der Genter Straße in Sint-Jans-Molenbeek durch. Dabei griff ein Mann zwei Polizeibeamte mit einem Wagenheber an. Eine Beamtin wurde von der Person umgestoßen und stürzte zu Boden. Sie verlor das Bewusstsein und erlitt eine Gehirnerschütterung. Nach dem Einschreiten von Polizeiverstärkung konnte der Täter unter Kontrolle gebracht werden. Passanten konnten den Vorfall filmen. Die NSPV - Nationale Gewerkschaft des Polizei- und Sicherheitspersonals - veröffentlichte die Bilder auf Facebook.

Die Bürgermeisterin von Sint-Jans-Molenbeek, Catherine Moureaux (PS), reagierte ihrerseits auf Twitter. "Nichts kann eine solche Gewalt rechtfertigen. Respekt und Solidarität für unsere Polizeikräfte in Brüssel-West", schrieb die Bürgermeisterin.

Der Fahrer flüchtete vom Tatort, wurde aber kurz darauf festgenommen. Er wurde der Brüsseler Staatsanwaltschaft übergeben. 

Schaulustige konnten den Vorfall filmen.  Aber Vorsicht, die Bilder sind schockierend. 

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Polizeigewerkschaften: "Wir klagen das schon seit Jahren an"

"Es ist das soundsovielte Signal, das wir sowohl der Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V), dem Justizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD) als auch der gesamten Regierung geben wollen", erklärt Carlo Medo von NSPV. "Wir stellen seit Jahren fest, dass die Gewalt gegen die Polizei nicht abreißt." Nach Ansicht der NSPV sind schnellere und härtere Strafen angebracht. "Wir setzen uns dafür ein, dass Schlägereien und Verletzungen sowie bewaffnete Rebellion gegen die Polizei vor Gericht gebracht werden. Es kann nicht sein, dass Menschen, die sich tagtäglich für die Gesellschaft engagieren, bei einer Routinekontrolle so angegriffen werden", so Medo abschließend. 

Die andere Polizeigewerkschaft, VSOA, hat ebenfalls reagiert und fordert eine strengere Bestrafung solcher Vorfälle. "Es passiert jeden Tag, dass Polizisten angegriffen und verletzt werden.  Es ist an der Zeit, dass unsere politischen Behörden zusammen mit der Justiz dem ein Ende setzen. Sie müssen den jungen Menschen in diesen Vierteln ein Beispiel dafür geben, dass solche Taten immer bestraft werden", sagt Vincent Houssin vom VSOA.

Ministerin Verlinden: " Ich verstehe die Empörung"

Innenministerin Annelies Verlinden (CD&V) hat die Gewalt gegen die Polizei scharf verurteilt. "Zunächst einmal möchte ich sagen, dass ich die Empörung der Gewerkschaften und aller, die diesen Film gesehen haben, voll und ganz verstehe. Die Gewalt gegen Polizeibeamte ist völlig inakzeptabel", sagte Verlinden.

Verlinden zufolge hat die Bekämpfung von Gewalt gegen die Polizei und der Respekt vor der Polizei absolute Priorität. "Aus diesen Gründen haben wir angekündigt, dass wir bei dieser Art von Vorfällen null Toleranz walten lassen werden. Wir wollen dem Ganzen ein Ende setzen."

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