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Nachtleben in Gent: Verstärkte Polizeipräsenz in Gent nach einer Reihe von Vorfällen

Dreizehn Stunden nachdem er eine Bar im Ausgehviertel Overpoort der Stadt Gent (Ostflandern) verlassen hatte, wurde ein Student der Politik- und Sozialwissenschaften schwer verletzt auf der Straße gefunden. Der Vorfall ereignete sich in der Nacht zum Samstag. Dann wurden in Gent mehrere Polizisten während der schlimmsten Ausschreitungen in der Stadt seit Jahren verletzt.

Der Student Dali van Buynder ist stellvertretender Vorsitzender der Politeia, der Studentenvereinigung der Politik- und Sozialwissenschaftler an der Universität Gent.  Er hatte am Freitagabend eine ganze Nacht in den Studentenkneipen in der Overpoortstraat, dem Ausgehviertel der Stadt, verbracht und eine Bar gegen 4:30 Uhr morgens verlassen, war aber nicht zu Hause angekommen.  Erst dreizehn Stunden später entdeckte ein Passant den unglücklichen Studenten mit einer schweren Kopfverletzung auf der Straße.  Der Student wurde ins Krankenhaus eingeliefert und kämpft noch immer um sein Leben.

Die ostflämische Staatsanwaltschaft untersucht den Vorfall. Seine Studentenvereinigung Politeia hat über die sozialen Medien einen Zeugenaufruf gestartet.

In der Overpoortstraat war es am vergangenen Wochenende besonders krawallig.  Die Polizei musste eingreifen, als rund hundert Jugendliche Amok liefen und Flaschen warfen.  Mehrere Beamte wurden schwer verletzt.

Der Bürgermeister von Gent, Mathias De Clercq (Open VLD, flämische Liberale), wird nach mehreren Vorfällen am vergangenen Wochenende die Polizeipräsenz im Studentenviertel Overpoort erhöhen. Mathias De Clercq will auch eine No-Go-Zone für Störenfriede einführen. Systematische Zugangskontrollen, wie von einigen Unternehmern gefordert, werden jedoch nicht eingeführt.

Die Overpoortstraat ist das Epizentrum des studentischen Lebens in Gent. Mit mehr als 35 Cafés ist es das von Studenten am häufigsten besuchte Viertel. Dort kam es am Freitagabend zu mehreren Zwischenfällen. Die Polizei musste eingreifen, als etwa hundert Jugendliche randalierten und auch Flaschen warfen. Bei mehreren Einsätzen wurden einige Beamte verletzt. Cafebesitzer sprechen von den schlimmsten Unruhen seit Jahren. Es ist noch nicht bekannt, ob es einen Zusammenhang mit den Ereignissen um den Studenten Dali van Buynder gibt.

Einige Cafébesitzer plädieren für Kontrollen an den Ein- und Ausgängen der Overpoortstraat. Sie sagen, dass Störenfriede absichtlich in den Studentenbereich gehen. "Es sind keine Studenten, die wir hier auch unter der Woche sehen, einige kommen aus Brüssel und andere aus Nordfrankreich", sagte der Kneipenbesitzer Tim Joiris gegenüber Radio 2 Oost Vlaanderen.

Mathias De Clercq hat die Polizeipräsenz in Overpoort erhöht und zusätzliche Kontrollen versprochen. Er bat den Polizeipräsidenten um einen Verwaltungsbericht. Auf der Grundlage dieses Berichts kann er eine No-Go-Zone für Störenfriede einrichten.

Die systematische Kontrolle des Zugangs zur Overpoortstraat wird jedoch nicht umgesetzt. Der Bürgermeister weist darauf hin, dass es sich um einen Verkehrsweg handelt, auf dem Menschen leben und arbeiten. "Es ist wichtig, dass der Overpoort, der wichtigste Ausgangsbereich für Studenten, ein entspannter Ort bleibt", sagt Mathias De Clercq. Auch die Polizei selbst spricht sich nicht für systematische Zugangskontrollen aus.

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