Nach Selbstmord eines Leidensgenossen: Landwirt aus Ypern startet Briefaktion an Ministerinnen

Philip Fleurbaey, ein Landwirt aus Ypern (Westflandern), hat eine massive Briefkampagne an die flämische Landwirtschaftsministerin Hilde Crevits (CD&V) und an Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA) gestartet, um die unerträgliche Lage der Landwirte anzuprangern. "Wir müssen den zuständigen Ministern sagen, was wir jeden Tag durchmachen. Also schreibt Briefe, ohne aufzuhören und kotzt euch aus”, fordert er seine Kollegen in den sozialen Netzwerken auf. 

Milchviehhalter Philip Fleurbaey hält es nicht mehr aus: "Ich verkaufe meine Produkte zu demselben Preis wie vor 30 Jahren." Ihm zufolge befindet sich der Agrarsektor in der schwersten Krise seit Jahrzehnten. Nicht nur finanziell, sondern auch psychisch sind viele Landwirte am Ende ihrer Kräfte. Letzte Woche hat sich ein Landwirt das Leben genommen, weil seine Lage unerträglich wurde. Das hat Philip Fleurbaey zu seiner massiven Briefkampagne auf Facebook angestachelt. 

Die Idee ist, dass die Landwirte in großer Zahl an die flämische Landwirtschaftsministerin Hilde Crevits und ihre flämische Kollegin für Umwelt Zuhal Demir (N-VA) schreiben. Sie können ihre Lage auch anonym den landwirtschaftlichen Verbänden schildern. "Das wird böse enden, es muss sich etwas ändern", so Fleurbaey verzweifelt. 

Landwirtschaftsministerin unterstützt die Aktion

Die flämische Landwirtschaftsministerin Hilde Crevits hat bereits sechs Briefe von Landwirten erhalten, die ihre persönliche Geschichte schildern. Sie versteht diesen Appell und unterstützt ihn sogar.  

"Die Landwirte verdienen Respekt. Das bedeutet ein anständiges Einkommen und die Gewissheit, dass sie über genügend Land verfügen werden. Die flämische Bevölkerung muss auch die wichtige Rolle der Landwirte und der von ihnen erzeugten Produkte erkennen”, so Crevits, die als Beispiel die unverschämt niedrigen Preise für Schweinefleisch nennt. Die Ministerin will ihre Verantwortung aufnehmen. 

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