PFOS-Skandal: 3M bestreitet Beeinflussung der Umweltbehörde, Flandern ordnet Audit an

Das US-amerikanische Chemieunternehmen 3M aus Zwijndrecht bestreitet, Druck auf die flämische Umweltaufsichtsbehörde ausgeübt zu haben, damit diese ein Auge zudrückt. Das Unternehmen reagiert damit auf anonyme Zeugen, die am Mittwochabend in der TV-Sendung "Pano" (VRT) über die PFOS- und PFAS-Verschmutzung aussagten. Flämische Politiker haben diese Personen aufgerufen, ihre Informationen an den Ausschuss des flämischen Parlaments weiterzugeben, der den Umweltskandal untersucht. Am Donnerstag beschloss die flämische Umweltministerin Zuhal Demir (N-VA), die ihre Inspektionsdienste prüfen zu lassen. 

"3M hat in dem "Pano"-Bericht am Mittwochabend im VRT festgestellt, dass anonyme Zeugen innerhalb der Aufsichtsbehörde angedeutet haben, dass die Einhaltung der Vorschriften mit Nachsicht gehandhabt wurde, egal, ob dies auf Druck von 3M geschah oder nicht", so die Reaktion von 3M am Donnerstagmorgen.  

"Es gab und gibt keine unzulässigen Absprachen mit den Umweltinspektoren. Im Gegenteil, wir arbeiten eng mit den verschiedenen Umweltbehörden zusammen, um die Grenzwerte für bestimmte Stoffe zu senken, und werden dies auch weiterhin tun." 

3M investiert nach eigenen Angaben kontinuierlich in "Technologien zur Herstellung kritischer Produkte", ist aber auch bestrebt, "seinen ökologischen Fußabdruck zu maximieren", indem es Ableitungen reduziert. "Jüngste Proben bestätigen, dass sich die zusätzliche Verarbeitungskapazität auszahlt", so das Unternehmen.

Anfang September waren drei Manager von 3M im Untersuchungsausschuss des Parlaments erschienen, um Fragen zu beantworten.

Seit einigen Wochen untersucht ein Ausschuss im flämischen Parlament die schwere PFOS-Verschmutzung (Perfluoroctansulfonat), die in der Nähe des Chemiewerks des US-amerikanischen Konzerns 3M in Zwijndrecht festgestellt wurde. 

Reaktionen

Sowohl die ehemalige flämische Umweltministerin Joke Schauvliege (CD&V) als auch der Vorsitzende des PFOS-Untersuchungsausschusses Hannes Anaf (Vooruit) wollen, dass die Beamten, die in "Pano" ausgesagt haben, ihre Informationen an den Untersuchungsausschuss weitergeben.  

Audit der Umweltaufsichtsbehörde

Die flämische Umweltministerin Zuhal Demir hat beschlossen, die Inspektionsdienste ihres Ministeriums prüfen zu lassen. Ihre Ankündigung erfolgte auf die Pano-Reportage vom Mittwochabend. In ihrer Reaktion bezeichnete die Ministerin jeglichen politischen Druck seitens bestimmter Unternehmen, um ein Auge zuzudrücken, als "inakzeptabel".

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