Belgische Regierung will Radfahren mit mehr Zulagen und zentralem Diebstahlregister fördern

Zum allerersten Mal bringt eine belgische Regierung einen landesweiten Fahrradaktionsplan auf den Weg. "Be Cyclist” steht im Einklang mit dem Ziel der Regierungskoalition, eine umweltfreundlichere Verkehrspolitik zu betreiben. Der Plan umfasst 52 Maßnahmen. 

Mobilität in Belgien ist größtenteils eine regionale Kompetenz. Flandern beispielsweise hat das Budget für die Fahrradinfrastruktur bereits erheblich aufgestockt. Auch die Hauptstadt-Region Brüssel investiert seit einiger Zeit in eine bessere Radwegeinfrastruktur.   

Die Bundesregierung sieht noch mehr Gründe, das Radfahren zu fördern: Es soll dazu beitragen, die Treibhausgasemissionen um 55 Prozent und die Verkehrsstaus zu senken.

571.000 Beschäftige erhalten eine Fahrradzulage

Der Plan enthält 52 Maßnahmen, die sich auf die Zuständigkeiten von 21 Ministern und Staatssekretären verteilen. Die messbaren Maßnahmen sollen den Umstieg aufs Fahrrad vereinfachen, sicherer und komfortabler machen. 

Die auffälligsten Maßnahmen betreffen die Ausweitung der Fahrradzulage für Arbeitnehmer, die mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren. Derzeit erhalten rund 571.000 Menschen - zumeist Angestellte großer Unternehmen - einen Fahrradzuschuss. Die Regierung will auch Beamte unterstützen, die aufs Rad umsteigen. 

Nicolas Maeterlinck

"Ich will, dass alle Mitarbeiter von Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten einen Fahrradzuschuss erhalten, wenn sie mit dem Fahrrad zur Arbeit kommen", sagte Bundesminister für Mobilität George Gilkinet (Ecolo, Foto oben). "Mittlerweile gewähren mehr als 88 Prozent der Arbeitgeber mit mehr als 100 Beschäftigten einen Fahrradzuschuss. Das sollte 100 Prozent werden. Das ist auch gut für die Arbeitgeber, denn wer mit dem Fahrrad zur Arbeit kommt, wird seltener krank und verursacht keine Staus. Staus kosten die Wirtschaft viel Geld, deshalb muss die Fahrradnutzung gefördert werden.”

Kombination von Fahrrad und Bahn

“Be Cyclist” sieht auch mehr und leichtere Fahrradwege entlang der Bahngleise vor. Minister Gilkinet will auch Fahrrad und Bahn noch besser kombinieren und z. B. Fahrrad-Sharing-Systeme wie Blue-Bike ausbauen.  

Diebstahlregister

Neu ist die Einrichtung eines Zentralregisters gegen Fahrraddiebstahl, den auch die Bundespolizei als eine ihrer Prioritäten verankert hat. Die Minister für Mobilität, Justiz und Inneres werden die dafür erforderlichen Maßnahmen ergreifen. 

Der Plan läuft von 2021 bis 2024 und enthält messbare Ziele, die jährlich im September bewertet werden. Minister Gilkinet will auch die Regionen regelmäßig konsultieren und mit ihnen zusammenarbeiten, um sie bei ihrer regionalen Fahrradpolitik zu unterstützen. 

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