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Alaphilippe verlängert Weltmeistertitel, Enttäuschung für Belgien nach spannendem Weltcup

Julian Alaphilippe hat seinen Weltmeistertitel überzeugend verlängert. Die Belgier dominierten das Rennen im eigenen Land in einer Rad-WM-Ausgabe, die es in sich hatte, aber im Finale hatten sie das Nachsehen. Favorit Wout Van Aert fehlten in den letzten Kilometern die Reserven und er wurde eingeholt, Jasper Stuyven konnte in seiner Heimatstadt um die Silbermedaille sprinten, wurde aber leider nur Vierter. Der Niederländer Dylan Van Baarle und der Däne Michael Valgren durften auf das Podium.

Die Rad-WM in Leuven in Kurzform:

  1. Wichtige Momente: Am Schlussanstieg des Smeysbergs zeigte Julian Alaphilippe seine Wunderbeine, und da wurde klar, dass Wout van Aert keinen Spitzentag erwischt hatte. Nach einer Reihe von Schlagabtäuschen im Finale brach die Rückennummer 1 schließlich auf dem Sint-Antoniusberg aus.
  2. Tagessieger (1): Julian Alaphilippe war nach einer turbulenten Vorbereitung nicht der Top-Favorit, doch der Franzose hat zum zweiten Mal in Folge das perfekte Rezept gefunden. Sein Weltmeistertitel ist wirklich unanfechtbar.
  3. Tagessieger (2): Buhrufe und eine Bierdusche für den Sieger waren ein Schönheitsfehler an diesem flämischen Radsportfest. Der belgische Sieg blieb zwar aus, aber die Weltmeisterschaften in Flandern setzten dank einer ausgeklügelten Strecke und einer verrückten Zuschauermenge neue Maßstäbe. Dies war reine Werbung für den flämischen Radsport.
  4. Verlierer des Tages: Das Sahnehäubchen gab es für die belgischen Radsportfans nicht, aber auch Wout van Aert war hinterher ehrlich: Er hatte nicht die Beine, um diesen Alaphilippe zu kontern.

Alle großen Länder waren 60 Kilometer vor dem Ziel in einer Ausreißergruppe vertreten, doch Julian Alaphilippe ließ eigentlich schon dann den Champagner knallen. Für Peter Sagan und andere Favoriten war es dann nämlich im Nu vorbei.

Aber Alaphilippe war mit der Zusammensetzung der Gruppe  - 17 Mann mit Wout van Aert, Jasper Stuyven und Evenepoel als belgische Abgesandte - nicht einverstanden und zeigte es allen anderen noch einmal auf dem Smeysberg. Nur Sonny Colbrelli hatte dann noch eine Antwort parat: ein schlechtes Zeichen für die Chancen von Wout van Aert. 

17 km solo, keine belgische Medaille

Dank der irrsinnigen Durchschnittsgeschwindigkeit auf der zermürbenden WM-Strecke war klar, dass nur der Stärkste siegen konnte. Der französische Titelverteidiger Alaphilippe wollte nicht auf einen Sprint spekulieren und setzte in der vorletzten Runde zu einer entscheidenden Offensive an. Auf dem Sint-Antoniusberg passte für ihn dann alles.

Alaphilippe erwies sich als der stärkste Mann des Rennens und begann sein 17 Kilometer langes Solo-Zeitfahren in Richtung eines zweiten WM-Triumphs. Die großen Favoriten – der Belgier Wout  Van Aert und der Niederländer Mathieu van der Poel - waren einfach nicht gut genug, um das Finale zu gewinnen.

Auch eine Trostpreis war für die Belgier nicht drin. Eine Vierer-Verfolgergruppe musste die Silber- und Bronzemedaille unter sich aufteilen, aber der Leuvener Jasper Stuyven beendete sein Heimspiel mit einem bitteren 4. Platz. Schade!

Die Top-10 des Rennens:

  1. Julian Alaphilippe (Frankreich), 268,3 km in 5 Stunden 56 Minuten und 34 Sekunden (Durchschnittsgeschwindigkeit 45,1 km/h)
  2. Dylan van Baarle (Niederlande) mit 32 Sekunden Rückstand
  3. Michael Valgren (Dänemark) gleiche Zeit
  4. Jasper Stuyven (Belgien)
  5. Neilson Powless (Vereinigte Staaten)
  6. Tom Pidcock (Großbritannien) 49 Sekunden zurück
  7. Zdenek Stybar (Tschechische Republik) 1:06
  8. Mathieu van der Poel (Niederlande) 1:18
  9. Florian Sénéchal (Frankreich) gleiche Zeit
  10. Sonny Colbrelli (Italien)
  11. .... Wout van Aert (Belgien)

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