BELGA

Hat die belgische Regierung Geld für die Finanzierung von Coronatests verschwendet?

Die belgische Bundesregierung hat 2020 rund 20 Mio. € an Steuergeldern für Coronatests ausgegeben, die nicht durchgeführt wurden. Die flämischen Nationaldemokraten N-VA, auf belgischer Bundesebene in der Opposition, hatten dies nach einer entsprechenden Antwort auf eine parlamentarische Frage kritisiert. Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) sagte am Montag gegenüber VRT NWS, dass die Mittel für die Universitäts-Laboratorien, die diese Tests durchführen, heruntergeschraubt werden.

Nach einer Meldung der flämischen Tageszeitung Het Laatste Nieuws hat Belgien im vergangenen Jahr etwa 20 Mio. € zu viel für Coronatests ausgegeben. 2020 hatte die Bundesregierung Testplattformen an den Universitäten finanziert, damit unser Land angesichts der Corona-Pandemie über ausreichend Testkapazität verfügen kann.

Vereinbarte Testzahlen fast nie erreicht? 

Die Universitätslabore sollten jeweils rund 7.000 Coronatests pro Tag analysieren können - mindestens aber 2.000 am Tag - eine Zahl, die so gut wie nie erreicht wurde, wie die Het Laatste Nieuws herausfand und die die N-VA im belgischen Bundesparlament kritisierte. Diese Labore werden zum Teil von führenden Experten und Virologen geleitet, wie Herman Goossens von der Antwerpener Uni (UZ Antwerpen) oder Emmanuel André von der Uniklinik in Löwen (UZ Leuven).

Unabhängig von der Zahl der analysierten Tests erhielten die Laboreinrichtungen jeweils 720.000 € pro Monat, was einer Gesamtsumme pro Uniklinik bzw. Testlabor von 8,6 Mio. € per Anno entspricht. 

Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke von den flämischen Sozialisten Vooruit will diese Beträge jetzt herunterschrauben. Gegenüber VRT NWS sagte er am Montag: „Wir haben heute beschlossen, ab sofort den festen Betrag von 720.000 € pro Monat, den die Testlabore der Universitäten erhalten, auf 270.000 € zu senken.“ Vandenbroucke hatte bereits nach der parlamentarischen Anfrage der N-VA angedeutet, den Vorgang zu überprüfen und die Vergütungen nach unten zu korrigieren. Es steht auch die Frage im Raum, Geld von den Unis bez. von den Unikliniken wegen nicht ausgeführten Coronatests zurückzufordern. 

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