In Brüssel wird ein Teil der Senne wieder freigelegt

Die Senne, ein Nebenfluss der Dyle, der vor 150 Jahren noch durch die belgische Hauptstadt floss, ist am Dienstag in Stadtteil Neder-Over-Heembeek im Nordwesten von Brüssel wieder freigelegt worden. Dass der Fluss wieder an die Oberfläche kommt, soll die Wasserqualität und  Artenvielfalt verbessern.

Die Brüsseler Senne wurde erstmals 1867 umgeleitet und überwölbt, um Epidemien und Überschwemmungen bei hohem Wasserstand zu bekämpfen. Anderthalb Jahrhunderte später ist jetzt erstmals wieder ein ganz kleiner Teil der Senne freigelegt worden.  

Durch den Bau neuer Ufer wird sich die lokale Fauna ausbreiten und wird der Fluss wieder zu einem "ökologischen Korridor", sagt Benjamin Thiébaux von der Abteilung Hydrographie des Brüsseler Instituts für Umweltmanagement. "Die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt ist eines der europäischen Ziele.  

Neben dem natürlichen Aspekt gibt es auch einen wirtschaftlichen Aspekt, denn entlang des Willebroek-Kanals werden 225 Meter neue Kaimauern gebaut. Sie werden für den Transport von jährlich mindestens 80.000 Tonnen Güter auf dem Wasserweg eingesetzt, was 7.500 Lastwagen und 1.200 Tonnen weniger CO2 auf den Straßen bedeutet. 

"Immer mehr Akteure wollen zu einer wirtschaftlichen Entwicklung beitragen, die Klimafragen und die Notwendigkeit des Naturschutzes berücksichtigt", kommentierte der Brüsseler Umweltminister Alain Maron (Ecolo) das Projekt. 

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