ROBIN UTRECHT

Krankheitsatteste für kurze Krankheitsausfälle gehören bald der Vergangenheit an

Die Minister der Bundesregierung prüfen die Abschaffung des ärztlichen Krankheitsattests für Arbeitnehmer, die kurzzeitig krank sind und nicht arbeiten können. Eine Entscheidung wird für diese Woche erwartet.  

Jedes Jahr müssen die Hausärzte 3 Millionen Patienten behandeln, die für ein oder zwei Tage krank werden und nicht zur Arbeit gehen können und deswegen ein Attest brauchen. Diese Formalität kosten dem Staat jedes Jahr über 62 Millionen Euro.  Die Regierung will die Verpflichtung jetzt abschaffen, dass Arbeitnehmer bei kurzzeitigen Erkrankungen zum Arzt müssen, um ein Attest für ihren Arbeitgeber zu erhalten. Die Minister müssen sich noch darüber einig werden, ob die Abschaffung dieser Pflicht für zwei oder drei Krankheitstage gelten soll. 

Die Idee wurde von der flämischen Vizepremierministerin Petra De Sutter (Groen) vorgeschlagen. Sie sagt, die Idee werde von Hausärzten und Arbeitgebern unterstützt. 

Hausärzte und Arbeitgeber sind dafür

Roel van Giel von der Hausarztvereinigung Domus Medica: "Die Hausärzte drängen schon seit einiger Zeit darauf.  Bei kurzen Erkrankungen wissen die Patienten sehr gut, was zu tun ist. Als Hausarzt haben wir keinen Mehrwert.  Der Besuch in der Praxis dient einzig und allein der Erfüllung einer Verwaltungsvorschrift, die wir abschaffen wollen". 

Kris De Meester vom belgischen Arbeitgeberverband VBO bestätigt, dass die Arbeitgeber dafür sind, fügt aber hinzu, dass eine breitere Diskussion über das Verschreibungsverhalten der Ärzte, die Durchführung von Kontrollen seitens des Arbeitgebers und die Verantwortung der Arbeitnehmer erforderlich ist.  

Der VBO befürwortet ein System, bei dem sich kranke Arbeitnehmer an ihren Arbeitgeber wenden und eine Erklärung abgeben.  Die Arbeitgeber befürchten, dass kurze Erkrankungen als Ausrede für einen Kater, für Familienbesuche oder andere Formen der Freizeitgestaltung genutzt werden. 

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