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Wirte vs. Fiskus: Wie viele Bierchen können aus einem Fass gezapft werden?

Die belgischen Kneipenwirte haben vor dem Staatsrat in Brüssel einen juristischen Sieg gegen die Steuerbehörden erzielt. Bei diesem Verfahren ging es um die Frage, wie viele Gläser Bier aus einem Fass gezapft werden können. Aus einem 50 Literfass Bier, so die Wirte, zapft man 168 Gläser, doch der Fiskus berechnet 192 Gläser Bier…

Die Wirte sind genau in dieser Frage gegen die Steuerbehörden zu Felde gezogen, denn nach ihrer Lesart bezahlen sie zu viel Steuern. Die Kneipenwirte werden nämlich auf die Zahl der Biergläser besteuert, die aus einem 50 Literfass gezapft werden können. Nach Ansicht der Berufsvereinigung der Cafébetreiber sind das unrechtmäßig gezahlte Steuern auf 24 Bierchen pro Fass.

Der belgische Staatsrat gibt den Wirten in seinem Urteil dazu recht. Nach Berechnungen des Wirte-Verbandes haben die Kneipen von 13.000 bis zu 17.000 € Steuern pro Jahr jeweils zu viel bezahlt. Dieser juristische Streit dauert schon lange.

2013 hatten die Wirte per Gerichtsvollzieher feststellen lassen, dass man aus einem 50 Literfass nur 168 Gläser zapfen kann und nicht 192, wie die Steuer berechnet. Doch erst 2016 wurden die Klagen der Wirte auch ernst genommen.

Der belgische Staatsrat beschloss in seinem Urteil, dass das heutige System beim Fiskus in dieser Hinsicht, das noch auf 192 Gläser Bier pro Fass basiert, für das Jahr 2020 annulliert werden muss.

"Jedes gezapfte Bier bedeutet Verlust"

Ein Wirt erzählte gegenüber VRT NWS, dass man, wenn man ein richtig gutes Bier in Belgien zapft, schon ab den ersten Bierchen einen Verlust einfährt: „Jedes Mal, wenn der Zapfhahn geöffnet wird, gibt es ein Bisschen Verlust: Das erste Bier geht verloren. Und dann geben wir noch etwas Schaum hinzu. Wenn man das nicht macht, dann hat man weniger Verlust. Doch dann hat man auch kein gutes Bier…“

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