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Antwerpens Staatsanwaltschaft ahndet Verstöße gegen das Antirassismus-Gesetz auch mit Besuchen im Holocaust-Museum

Die Staatsanwaltschaft Antwerpen wird Personen, die gegen die Rassismus-Gesetzgebung in Belgien verstoßen, neben ihrer Bestrafung auch dazu verpflichten, dem Holocaust-Museum Kaserne Dossin in Mechelen (Provinz Antwerpen) einen Besuch abzustatten. Dort können sie an Workshops teilnehmen, wodurch wiederum die juristische Strafe ausgesetzt werden könnte.

Die Kaserne Dossin in Mechelen war eine Sammelstelle für rund 25.000 Juden, die von dort aus in die Konzentrationslager der Nazis deportiert wurden. Heute ist diese ehemalige Kaserne ein Holocaus-Museum und eine Gedenkstätte. In der Kaserne Dossin werden Personen, die gegen das Antirassismus-Gesetz verstoßen haben, von gesondert geschultem Personal empfangen. Nach einer Führung durch das Museum folgen Gespräche zum Gesehenen und zu den eigenen begangenen Taten.

Die Kaserne Dossin und der Initiator dieses Projekts, Antwerpens Generalstaatsanwalt Francy De Keyzer (dessen Berufsbezeichnung in Belgien auch Prokurator des Königs genannt wird), arbeiten hier eng zusammen, auch wenn die Einrichtung auf die tatsächliche Arbeit der Justiz keinen Einfluss hat. Man wolle lediglich eine aktive Rolle dabei spielen, dass Menschen auf andere Gedanken kommen, so die Beteiligten.

Kaserne Dossin: Holocaust-Museum und Gedenkstätte
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