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Immobilienpreise steigen immer weiter, auch Baugrundstücke und Garagen sind gefragt

In den ersten neun Monaten dieses Jahres sind Häuser in Flandern um 6,7 Prozent teurer geworden im Vergleich zum vergangenen Jahr. Wohnungen haben sich um 5,3 Prozent verteuert. Diese Zahlen gibt der Berufsverband der Notare bekannt. Baugrundstücke und Garagen sind vor diesem Hintergrund sehr gefragt.

Die Immobilienpreise in Flandern steigen weiterhin stark an. In der ersten Jahreshälfte 2021 lag der Preisanstieg im Schnitt bei über 5 Prozent gegenüber dem Durchschnittspreis von 2020. Seit August ist der Preis erneut gestiegen und erreicht jetzt 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Bei den Eigentumswohnungen ist der Anstieg etwas weniger ausgeprägt: Nach einem Plus von 4,6 Prozent in den ersten sechs Monaten kletterte er im Sommer auf 5,3 Prozent. 

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Der Sommer ist im Allgemeinen eine ruhigere Zeit für den Kauf und Verkauf von Immobilien. Aber die Zahl der Transaktionen ist liegt 16,2 Prozent höher als im Sommer 2019. Der Vergleich mit dem Jahr 2020 ist schwierig, weil der Immobilienmarkt im Corona-Jahre lange Zeit stillstand. "So viel Aktivität in einer Sommerperiode und so große Preissteigerungen in 9 Monaten haben wir nicht oft erlebt", sagt Bart Van Opstal vom Notarverband. 

Die teuersten Häuser? In Brüssel und Wallonisch-Brabant

Der Kauf und Verkauf von Immobilien ist in allen flämischen Provinzen im Vergleich zu 2019 gestiegen. Am stärksten war der Anstieg in Westflandern (+21,7 Prozent) und Limburg (+19,6 Prozent). In den Provinzen Antwerpen (+12,4 Prozent) und Ostflandern (+12,5 Prozent) stieg die Zahl der Immobilientransaktionen am wenigsten. In Flämisch-Brabant betrug der Anstieg 14 Prozent. 

In Brüssel (im Schnitt 531.250 Euro für ein Haus), Wallonisch-Brabant (385.387 Euro) und Flämisch-Brabant (383.079 Euro) oben Provinzhauptstadt Leuven) sind die Häuser im Durchschnitt am teuersten. Wenn es um Eigentumswohnungen geht, liegt Westflandern (287.070 Euro für eine Wohnung) an der Spitze, was offensichtlich mit dem Markt der Ferienwohnungen an der Küste zu tun hat. Die günstigsten Häuser und Wohnungen in Belgien gibt es in den wallonischen Provinzen Hennegau (174.964 Euro für ein Haus) und Lüttich (214.719 Euro). Den stärksten Preisanstieg verzeichneten die Notare in Flämisch-Brabant und Ostflandern. 

Auf der Suche nach Bauland

In den Sommermonaten wurden mehr Baugrundstücke verkauft als im gleichen Zeitraum des Jahres 2019 (+30,5 Prozent). Das liegt u. a. an Investoren, die den Baugrund später mit einem Kapitalgewinn verkaufen wollen oder dort Mietwohnungen hochziehen.  

“Aber junge Leute kaufen oft Bauland dem Klima zuliebe", sagt der Vorsitzende des Notarverbandes, Bart Van Opstal. "Die Leute wünschen sich ein energieeffizientes Haus. Und das ist bei einem Neubau einfacher als bei einer Renovierung. Außerdem wollen viele junge Leute, infolge von Corona, in einer grünen Umgebung leben.” 

… und Garagen

Viele legen ihr Geld auch in einer Garage an (+22,4 Prozent seit dem Sommer)), weil sie davon ausgehen, dass sie wenig Kosten haben und trotzdem mit Mieteinnahmen rechnen können. “Garagen sind ein typisches Anlageprodukt", sagt Van Opstal.  

Aber auch die Mobilitätspolitik in den Städten und Gemeinden steigern das Interesse an Garagen, seitdem das Auto immer häufiger aus dem Stadtbild verschwinden soll. 

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