Der älteste Häftling des Landes steht unter Mordverdacht und soll interniert werden

Der 99-jährige Bewohner eines Seniorenheims, der im Verdacht steht, einen anderen Heimbewohner durch Erstickung ermordet zu haben, wird interniert. Das hat die Ratskammer von Gent (Provinz Ostflandern) am Freitag beschlossen. 

Die Polizei und die Staatsanwaltschaft waren am 21. Juni über den verdächtigen Tod eines 75-jährigen Mannes in einem Seniorenheim (Foto oben) in Heusden (Ostflandern) informiert worden. Des Mordes verdächtigt wurde ein fast Hundertjähriger, der das Opfer erstickt haben soll. Nach der Festnahme wurde der Verdächtige in den Krankenhausflügel des Brügger Gefängnisses verlegt. 

Den Ermittlungen zufolge wurde das Opfer wahrscheinlich zufällig getötet. Der Täter war erst vor kurzem in das Seniorenheim gekommen und befand sich in einer anderen Abteilung. Die Ratskammer hat nun seine Internierung angeordnet. Wenn dagegen kein Einspruch erhoben wird, wird er sich nicht vor dem Strafgericht verantworten müssen.  

Die Familie des Opfers ist mit der Entscheidung zufrieden, sagte deren Anwalt Jeroen Van Kerrebroeck. "Sie sind besonders froh, dass das Verfahren schnell abgeschlossen werden konnte. (…) Die Angehörigen wollten keinen Prozess vor einem Strafgericht, da die Akte angesichts des psychischen Zustands des Verdächtigen keine Anhaltspunkte für Antworten bot. Die Internierung war die einzige gute Lösung.”  

Die Verteidigung beabsichtigt auch nicht, in Berufung gegen die Internierung zu gehen. "Angesichts der Situation meines Mandanten ist dies die einzige humane und logische Entscheidung. Er kann nicht klären oder erklären, was geschehen ist, denn die Tat geschah in einem Zustand völliger Verwirrung”, sagte Rechtsanwalt Jan De Winter. In Anbetracht seiner Demenz und seines fortgeschrittenen Alters wird der 99-Jährige wahrscheinlich in eine forensische Spezialklinik untergebracht. 

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