Deutlich weniger Fahrgäste in Zügen im Jahr 2020, dafür nicht weniger Vorfälle

Im Jahr der Corona-Pandemie ist die Zahl der Fahrgäste in den Zügen stark zurückgegangen. Dennoch ist die Zahl der gewalttätigen Vorfälle kaum gesunken, vergleicht man sie mit dem Jahr 2019. Das sagte der CD&V-Abgeordnete Jef Van den Bergh ausgehend von den Zahlen, die er von Mobilitätsminister Georges Gilkinet (Ecolo) erhalten hat. 

Die Zahl der Übergriffe im Zug von 3.009 im Jahr 2019 auf 2.646 im Jahr 2020 gesunken (-12 Prozent). Die Zahl der gewalttätigen Vorfälle ist damit jedoch höher als die von 2018 (2.548), 2017 (2.246) und 2016 (2.015). 

Auch die Zahl der Taschendiebstähle ging von 1.694 im Jahr 2019 auf 1.404 im Jahr 2020 zurück (-17 Prozent). Die Anzahl der Taschendiebstähle war 2020 aber immer noch höher als 2018 (1.372), 2017 (1.193) und 2016 (835). 

Beunruhigend

Die Zahlen sind interessant, weil 2020 viel weniger Züge gefahren sind, sagt Jef Van den Bergh. Während des coronabedingten Lockdowns sank die Zahl der Passagiere auf 10 Prozent der Anzahl Passagiere vor der Krise. Bis Anfang Oktober 2020 stieg die Zahl wieder auf 68 Prozent, fiel aber bis zum Jahresende wieder auf 40 Prozent zurück. 

Konflikte über Fahrkarten sind eine der Hauptursachen für gewalttätige Zwischenfälle. "Eine mögliche Erklärung ist die vorübergehende Aussetzung der Fahrkartenkontrolle während der ersten Schließung. Diese Kontrollen wurden am 19. Juni 2020 wieder aufgenommen. Viele Passagiere ohne Ticket wurden vielleicht von den neuen Kontrollen ab dem 16. Juni überrascht, was zu mehr Vorfällen geführt hat", so Van den Bergh. 

"Dies erklärt jedoch nicht, warum die Zahl der Taschendiebstähle so hoch geblieben ist, insbesondere bei den Abstandsregelungen."

Einsatz des Securail-Sicherheitspersonals

Auch die Zahl der Securail-Einsätze war 2020 im Vergleich zu 2019 nur leicht rückläufig, aber immer noch höher als in den Vorjahren. Securail beschäftigte im vergangenen Jahr 535 Mitarbeiter. In diesem Jahr wurden 28 weitere Personen eingestellt. 

"Ich möchte weiterhin die Aufmerksamkeit auf die Sicherheit in den Zügen lenken. Der Personalbestand ist derzeit sogar niedriger als vor der Corona-Krise", so die Schlussfolgerung des CD&V-Abgeordneten. 

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