Über 80 Organisationen organisieren Klimamarsch in Brüssel: Politik soll endlich handeln

Über 80 Organisationen veranstalten heute einen großen Klimamarsch in Brüssel. Nachdem wegen der Corona-Krise keine großen Kundgebungen möglich waren, geben die Organisatoren unter dem #BackToTheClimate am Vorabend des europäischen Gipfels und des Klimagipfels in Glasgow ein Signal an die Politik, um den Klimawandel zu bekämpfen.

"Die Botschaft ist einfach: Wir fordern ehrgeizige, solidarische und kohärente Maßnahmen", erklärt Zanna Vanrenterghem, Vizepräsidentin der Klimakoalition. "Wir brauchen einen belgischen Green New Deal und wir schlagen mehr als 100 konkrete Lösungen vor, um dies zu erreichen". 

Die Organisatoren verweisen auf die extremen Wetterverhältnisse (Überschwemmungen, Waldbrände, Hitzewellen), die sowohl in Belgien als auch in der Welt bereits viele Opfer gefordert und wertvolle Natur zerstört haben. "Entschiedene Maßnahmen sind erforderlich, um die Auswirkungen zu minimieren", heißt es. "Darüber hinaus haben das historische Urteil des Climate Case und die Veröffentlichung des neuen IPCC-Berichts im Sommer ein noch nie dagewesenes Signal gegeben, die Ursachen des Klimawandels anzugehen und den Kurs der belgischen Klimapolitik zu ändern".

"Die eindringlichen Klima-Aktionen der letzten Jahre haben die Klimakrise ganz oben auf die politische Agenda gesetzt. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Politiker ihren Versprechen konkrete Taten folgen lassen", sagte Vanrenterghem. Außerdem hat die Corona-Krise nach Ansicht der Organisatoren gezeigt, dass ein tiefgreifender Wandel möglich und notwendig ist.

Die belgische Regierung hatte am Freitag noch ihre Klimaziele bekräftigt. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um 50 Prozent gesenkt werden. In Zahlen ausgedrückt sind es, verglichen mit 1990, rund 230 Millionen Tonnen CO2 weniger. Im Mittelpunkt der belgischen Klimapolitik steht der Verkehr: Lastwagen und Privatfahrzeuge sind zusammen für rund ein Drittel der Treibhausemissionen in Belgien verantwortlich. Deswegen will die Bundesregierung mehr Elektrofahrzeuge in Umlauf bringen und mehr Personen und Güter mit der Bahn befördern. 

Beim UN-Klimagipfel in Glasgow muss Belgien seinen Klimaplan vorstellen. 

Was? Wo? Wann? Wie?

Vom 31. Oktober bis 12. November findet in Glasgow der Klimagipfel der Vereinten Nationen statt. Eines der Ziele ist es, das Pariser Klimaabkommen umzusetzen und die globale Erwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Das ist möglich, aber wir müssen jetzt handeln, so die Organisatoren des Klimamarschs.  

Zusätzlich zu den 80 Organisationen, die der Klimakoalition angehören, haben auch landwirtschaftliche Organisationen und Schulen zur Teilnahme an der Demonstration aufgerufen. Wie im Jahr 2018 wird BOS+ für jeden Teilnehmer einen Quadratmeter Wald pflanzen. 

Die Teilnehmer treffen sich um 13 Uhr am Brüsseler Nordbahnhof. Der Marsch beginnt um 14 Uhr und führt über den Innenstadtring, die Wetstraat, den Robert-Schuman-Kreisverkehr und zum Jubelpark, wo Vertreter der Klimakoalition und Opfer der Überschwemmungskatastrophe in Belgien Reden halten werden. Ein Covid-Safe-Ticket ist für die Teilnahme nicht erforderlich, aber während der Demonstration gilt Maskenpflicht.

Die Teilnehmer an der Kundgebung können mit den Brüssel Verkehrsbetrieben MIVB/STIB (Tram, Bus, Metro) zum Veranstaltungsort fahren. Die Fahrt auf dem MIVB-STIB-Netz ist zwischen 12 und 19 Uhr kostenlos. Die belgische Bahn wird vier zusätzliche Züge einsetzen: einen von Antwerpen nach Brüssel, zwei von Brüssel nach Antwerpen und einen von Brüssel nach Binche. 

Überschwemmung in Pepinster am 14. und 15. Juli 2021

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