Viele Mahlzeiten-Fahrradkuriere in Brüssel sollen illegale Einwanderer sein

Ein Großteil der Fahrradkuriere, die in Brüssel Mahlzeiten ausliefern, sind Einwanderer, die illegal ohne Papiere in Belgien leben und die unter erbärmlichen Umständen arbeiten und wohnen. Dies meldet die frankophone Brüsseler Tageszeitung Le Soir. Nach Recherche dieser Zeitung gibt es in der Hauptstadt einen regelrechten Markt für falsche Accounts bei Lieferplattformen wie Deliveroo oder Uber Eats.

Journalisten von Le Soir haben in den vergangenen Wochen dutzende Fahrradkuriere in der Hauptstadt zu ihren Lebens- und Arbeitsumständen befragt. Die meisten der Befragten waren Männer zwischen 18 und 30 Jahren, die zumeist aus Nord- und Westafrika, aus Südamerika oder aus Syrien, Pakistan und Afghanistan kommen. Die meisten Mahlzeitenlieferungen bringen den Kurieren kaum etwas ein, manchmal noch keine 5 € pro Fahrt.

Von den Verdiensten müssen pro Woche zwischen 70 und 90 € an das Lieferunternehmen zur Miete eines Accounts abgeführt werden und die Arbeitskleidung bzw. die Kühltaschen oder die Fahrräder müssen auch noch gegen Bezahlung geliehen werden.

Die Inhalte dieses Beitrags stimmen nicht mit der Realität auf dem Terrain überein."

Ein Sprecher von Deliveroo zum Le Soir-Beitrag über die Mahlzeiten-Fahrradkuriere

Die meisten sprechen kaum eine der Landessprachen oder Englisch und mehr als die Hälfte der befragten Kuriere gab an, keine Papiere zu besitzen und mit falschen Accounts von Uber Eats oder Deliveroo zu arbeiten. Bei Deliveroo hieß es zu dem Beitrag von Le Soir, dass die Inhalte „nicht mit der Realität auf dem Terrain übereinstimmen“ und dass das Unternehmen illegales Verhalten nicht toleriere.

„Bisher haben uns sehr wenige konkrete Meldungen zu derartigem illegalen Verhalten erreicht, aufgrund denen wir hätten vorgehen können“, so ein Sprecher von Deliveroo. Der Lebensmittel-App-Lieferant gibt an, seine Kuriere selbst zu kontrollieren und man arbeite dabei mithilfe von Gesichtserkennung, um derartige Vorgänge zu vermeiden. 

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