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Flutkatastrophe im Juli: Der Eupener Staudamm soll nicht an der Ursache für die Überflutungen im Wesertal liegen

Der Staudamm in Eupen in Ostbelgien soll nicht die Ursache für die verheerende Überflutung im Wesertal in der Provinz Lüttich vom 14. und 15. Juli sein. Zu diesem Schluss kommt eine unabhängige Expertengruppe aus der Schweiz, die die Flutkatastrophe im Auftrag der wallonischen Landesregierung analysiert hat. (Unser Video zeigt sowohl die Eupener Wesertalsperre, als auch die nahegelegene Gileppe-Talsperre.) 

Diese Experten haben laut unseren frankophonen Kollegen der RTBF den ersten Teil ihrer Analyse am Montagmorgen im Wallonischen Landesparlament in Namür vorgestellt. Danach soll der Staudamm der Wesertalsperre nicht zu spät zum Wasserablassen geöffnet worden sein und der Damm habe sogar dabei geholfen, eine noch größere Katastrophe zu vermeiden.

Philippe Henry (Ecolo), Walloniens Landesminister für Umwelt, Klima und Infrastruktur, sagte dazu: „Die Talsperren haben eine wichtige Rolle um den Schaden zu begrenzen gespielt. Sicher, in einem Moment war die Talsperre von Eupen voll, was nicht erlaubt hat, das gesamte Wasser zurückzuhalten. Währenddessen sind die Verfahren befolgt worden und die Infrastrukturen, darunter die in Eupen, erfolgten auf Basis der vorgesehenen Methodologien.“

In ihrer Analyse weisen die Experten allerdings darauf hin, dass die Infrastruktur in Belgien im Falle derartiger Katastrophen nicht gut vorbereitet ist. Zudem habe die Kommunikation vor Ort, z.B. in und zwischen den betroffenen Gemeinden nicht gut funktioniert.

Der Bericht zeigt ebenfalls auf, dass das Wesertal in Sachen Überschwemmungsgefahr eine sehr sensible Region ist. Bei der Befragung von betroffenen Bürgern durch die Fachleute kam heraus, dass diese große Unterschiede in den Wetternachrichten festgestellt haben, denn die vorausgesagten Regenfälle hätten den tatsächlichen Regenmengen nicht wirklich entsprochen. 

Wie reagiert der zuständige Minister?

Minister Henry sagte dazu, dass ein Zusammenkommen von mehreren Elementen die Situation herbeigeführt habe: „Die Brutalität der Niederschläge, die Sättigung der Bösen und die Tatsache, dass Gegenstände die Gewässer verstopft haben.“ Dies alles sei viel komplexer gewesen, als einige im Besonderen bezüglich zur Talsperre in Eupen hätten hören lassen, so der Minister zu diesem Bericht: „Es ist kompliziert zu rekonstruieren, was sich exakt in der Folge der Geschehnisse zugetragen hat.“  

Dem am Montag vorgelegten ersten Bericht sollen weitere Teile folgen.  

Die Hochwasserkatastrophe in Ostbelgien und in der Wallonie in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli sorgte für Schäden in Milliardenhöhe und für zahlreiche Obdachlose. 38 Menschen kamen bei dieser Katastrophe ums Leben. Am schwersten Betroffen war das Wesertal, in dem die Wassermassen nach dem extremen Starkregen und nach der Öffnung der Eupener Talsperre verheerende Zerstörungen anrichtete. 

Die Weser in Eupen am 14. Juli

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