Unternehmer wenig erfreut über die Abschaffung des ärztlichen Attestes bei einem Krankheitstag

Das Arbeitnehmer bis zu drei Tage pro Jahr krankheitsbedingt ohne ärztliches Attest zuhause bleiben können, ist nach Ansicht der Unternehmer- und Arbeitgeberverbände in Belgien absolut keine gute Idee, im Gegenteil. Die Verbände befürchten, dass es hier zu einem Missbrauch kommen wird, der auf dem Rücken der Privatwirtschaft ausgetragen werde.

„Ich halte dies für eine unbegreifliche Entscheidung. Dies ist eine Maßnahme, die für sich selbst steht und die von dem, was früher bei den Behörden üblich war, inspirieren lässt“, sagte Pieter Timmermans, der CEO des belgischen Arbeitgeberverbandes VBO dazu. Timmermans ist der Ansicht, dass das „Krankfeiern“ auf die Privatwirtschaft abgewälzt wird. 

„Diese Maßnahme wird keinen einzigen Effekt bei den Krankentagen bei der Arbeit haben. Im Gegenteil. Die Kollegen, die wohl arbeiten, werden bestraft, weil sie die Arbeit von denen übernehmen müssen, die davon profitieren“, so Timmerman weiter, der entsprechende Beispiele und Erfahrungen aus dem Ausland nicht gelten lässt.

Missbrauch befürchtet

Ähnliches hört man auch von Seiten des flämischen Arbeitgeberverbandes VOKA. Hans Maertens, CEO des Verbandes, gibt zu verstehen, dass sich viele Unternehmen dem wiedersetzen werden: „Sie befürchten einen Missbrauch der Regelung, nach der Mitarbeiter 3 Tage pro Jahr ‚krankfeiern‘ und ‚auf lau‘ machen können. Mit Sicherheit sind einige wirklich krank, doch andere werden das doch ausnutzen.“

Beim Mittelstandsverband Unizo freut man sich darüber, dass die kleinen und mittleren Unternehmen von dieser Regel ausgenommen werden. Unizo-CEO Danny Van Assche hatte befürchtet, dass die seinem Verband angeschlossenen Unternehmen ab jetzt mit der „Montagskrankheit“ zu tun bekommen würden. Er empfiehlt: „Man kann nicht von Brüssel aus für jeden Beschließen. Wir finden, dass es den Unternehmen selbst überlassen sein sollte, wie sie damit umgehen. Ein Unternehmen mit einer guten Atmosphäre in der man einander vertraut sollte so etwas selbst entscheiden.“ 

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