Hasselt
foto: Radio 2

Endlich eine Ehrung für die im Koreakrieg gefallenen belgischen Soldaten

Die ersten belgischen Soldaten, die im Koreakrieg gefallen sind, haben in diesen Tagen eine Würdigung durch das Anbringen einer sogenannten „Pro Patria“-Plakette an ihren Gräbern erhalten. An diesem Mittwoch war das der Fall u.a. auf Friedhöfen in Sint-Lambrechts-Woluwe in Brüssel und in Hasselt in der Provinz Limburg (Fotos). Diese späte Ehrung ist eine Initiative des War Heritage Institute, die historische Abteilung des belgischen Verteidigungsministerium und des Armeemuseums in Brüssel. Beide Einrichtungen kümmern sich um das historisch-militärische Kulturerbe in unserem Land. 

In Hasselt wurden gleich drei belgische Veteranen mit einer solchen „Pro Patria“-Plakette geehrt und in Sint-Lambrechts-Woluwe einer. Bisher haben rund 7.000 belgische Soldaten eine solche Plakette an ihren Gräbern erhalten, doch das waren die Gefallenen belgischen Soldaten der beiden Weltkriege. Die Teilnehmer des Koreakriegs waren bisher eher vergessen, doch in diesen Tagen ändert sich dies endlich.

3.171 belgische Soldaten hatten sich freiwillig an der Seite der USA am Kampf gegen die Kommunisten in Korea beteiligt und 106 (manche Quellen sprechen von 101) von ihnen kamen dabei ums Leben. Sie waren einem Aufruf der Vereinten Nationen gefolgt, die darum baten, „für die Freiheit zu kämpfen“. Zu dem belgischen Freiwilligenkontingent gehörten auch 78 Soldaten aus Luxemburg. Die Freiwilligentruppe aus Belgien wurde in den Kasernen von Elsenborn in Ostbelgien und von Brasschaat bei Antwerpen ausgebildet.

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War Heritage Institute

Die Belgier und die Luxemburger nahmen damals an drei großen Kampfhandlungen und Schlachten teil: Vom 22. bis zum 26. April 1951 am Ufer des Imijn, vom 10. bis zum 13. Oktober 1951 in Haktang-Ni und dann noch einmal in den Monaten März und April 1953 in Charkol. Dabei kamen insgesamt 101 oder 106 Kameraden dieser Einheit ums Leben und 478 wurden verletzt. 5 belgische Soldaten sind bis heute vermisst und 2 starben in nordkoreanischer Kriegsgefangenschaft.

Die im Koreakrieg gefallenen belgischen Freiwilligen erhielten zwar die „Korea-Medaille“ der Vereinten Nationen, wurden aber nicht auf den Soldatenfriedhöfen unseres Landes begraben, sondern bei sich in den Heimatorten. Im Rahmen der Gedenkfeiern zum 70. Jahrestag der Kriegseinsätze dieser Truppe erhalten die „vergessenen Helden“ nach und nach an ihren Grabstätten eine „Pro Patria“-Plakette, mit der sie posthum geehrt werden.

Genutzt hatte dieser Freiheitskrieg in Korea übrigens nur bedingt etwas. Nur Südkorea ist heute ein freies und demokratisches Land. Nordkorea ist bis heute eine extrem kommunistische Diktatur. Korea ist und bleibt wohl auch weiter ein geteiltes Land.

War Heritage Institute
Hasselt

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