© VRT - Geert Van Hoeymissen

Die VRT schafft die Werbung für Glücksspiele und Wettbüros ab

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk des belgischen Bundeslandes Flandern, VRT, schafft ab Januar 2022 auf allen Plattformen Wett- und Glücksspielwerbungen ab. Immer mehr Menschen sind Spielsüchtig, vor allem wenn es im Angebote im Internet oder in den Medien geht, so Fachleute, die den Schritt unseres Hauses begrüßen.

Ab Januar 2022 sollen Wett- und Glücksspielanbieter kaum noch Reklame für ihre Angebote beim flämischen Rundfunk VRT machen können. Ab 2025 soll diese Art der Werbeeinnahmen beim öffentlichen Rundfunk in Flandern so gut wie verschwunden sein. Gleichzeitig legt der VRT Wert auf Sensibilisierung in Sachen Spielsucht, z.B. mit Hinweisen oder mit spezifischen Angeboten auf den verschiedenen Plattformen (TV, Radio, Online, soziale Medien).

Kathleen Peleman, Leiterin des Fachzentrums für Alkohol und andere Drogen (VAD), das sich auch mit Spielsucht befasst, hält die Maßnahme unseres Hauses für einen ersten Schritt in die richtige Richtung, denn Spielsucht ist auch in unserem Land, genauso wie im Rest Europas, ein riesiges Problem: „Es ist schwierig, dies zu messen, doch für Europa können wir sagen, dass 1 bis 3 % der Erwachsenen Zocker sind.“ 

Das Problem wird größer

Und das Problem wird nicht kleiner, ganz im Gegenteil, so Peleman weiter: „Wir wissen, dass der Umsatz der Wett- und Spielanbieter steigt und wir wissen, dass sich das Zocken mehr und mehr ins Internet verlagert. Mit dem Smartphone oder dem Mobiltelefon hat quasi jeder seinen eigenen Spielautomaten in der Tasche.“ 

Reklame in den Medien

Zudem macht Reklame für Glückspiel in den Medien genau auf diese Möglichkeit aufmerksam: „Zockreklame setzt zum Zocken an und Menschen, die schon mit Spielsucht zu kämpfen haben, sind für solche Dinge sehr sensibel. Diese Reklame löst einen Prozess im Hirn aus, durch den sie sehr schnell wieder spielen wollen.“

Kathleen Peleman begrüßt den Schritt unseres Hauses VRT und setzt jetzt auf ein entsprechendes Signal bei der belgischen Bundesregierung und besonders von Bundesjustizminister Vincent Van Quickenborne (Open VLD). Dieser sagt dazu inzwischen, dass er die Reklame und die Altersbeschränkungen für Glücksspiel analysieren wolle, doch zu konkreten Vorschlägen ist es von dieser Seite her noch nicht gekommen. 

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