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Rund 1.300 Menschen demonstrieren für mehr Sicherheit für Frauen in  Brüssel

Im Studentenviertel der Brüsseler Gemeinde Elsene haben rund 1.300 Menschen, darunter sehr viele junge Frauen, am Donnerstagabend für mehr Sicherheit und gegen sexuelle Gewalt demonstriert. Anlass für diese Demo ist der Fall eines Barmanns, der in Studentenkneipen in diesem Viertel arbeitet. Dieser soll mehrere Frauen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt haben. Inzwischen ermittelt die Brüsseler Staatsanwaltschaft in diesem Fall.

Der Barmann arbeitete in den beiden bekannten Studentenkneipen Waff und El Café und soll mehreren Frauen unter Drogen gesetzt haben, in dem er ihnen eine Substanz in ihr Getränk mischte. Danach soll er diese Frauen vergewaltigt haben. Seit Tagen schon brodelte es dort in der Gerüchteküche und es wurde dazu aufgerufen, diese Kneipen zu boykottieren. Unser Video zeigt Bilder dieser Demonstration, die die belgische Presseagentur Belga gedreht hat (O-Töne in Französisch).

Inzwischen nehmen die Brüsseler Polizei und die Staatsanwaltschaft diesen Fall sehr ernst und nahmen Ermittlungen auf. Mehrere Frauen hatten in der letzten Zeit gegen den Barkeeper Anzeige wegen Vergewaltigung erstattet. Bei den Ermittlungen geht es auch darum, herauszufinden, ob zwischen allen Anzeigen und Vorfällen ein Link liegt und ob es sich dabei nicht sogar um mehrere Täter handeln könnte.

„Wir sind stark, wir sind stolz, wir sind radikale Feministinnen und wir sind böse!“ skandierten die Frauen bei dieser Demo am Donnerstagabend in Elsene. Viele von ihnen, besonders Studienanfängerinnen, machen sich inzwischen große Sorgen um ihre Sicherheit in Brüssel. „Wir sollen aber auch in diesem Viertel ausgehen und uns amüsieren. Wir sind neu hier und wir wollen uns hier sicher fühlen“, so eine Studentin, die gerade hier ihr Studium beginnt.

Elsenes Bürgermeister Christos Doulkeridis (Ecolo-Groen) sagt, dass Ausgehen mit Angst nicht sein dürfe. Er will vor allem darüber mit den Kneipen- und Cafébetreibern sprechen und den Sektor dazu verpflichten, auf die Sicherheitsmaßnahmen einzugehen und dabei mitzuarbeiten: „Sexuelle Gewalt ist extrem schlimm und muss prioritär behandelt werden.“  

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