Hälfte der Lidl-Filialen bleibt heute geschlossen. Schwerpunkt des Streiks liegt in Wallonien

Heute werden 153 belgische Lidl-Filialen nicht geöffnet sein, weil das Personal nicht zur Arbeit erschien. Die Mitarbeiter sind unzufrieden über die erhöhte Arbeitsbelastung in der Supermarktkette. Der Schwerpunkt der Aktion liegt in Wallonien, wo etwa 90 Geschäfte geschlossen bleiben werden, aber auch in Flandern wird der Lidl-Kunde betroffen sein.

Der Konflikt kreise um die erhöhte Arbeitsbelastung, sagt Bart Leybaert von der sozialistischen Gewerkschaft der Angestellten BBTK. "Die Diskussion läuft schon seit mehr als drei Jahren. Im Jahr 2018 wurden in allen Geschäften zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt, doch jetzt macht die Geschäftsführung einen Rückzieher. Aber die Leute beschweren sich über die Arbeitsbelastung. Natürlich ist die in jedem Unternehmen hoch, aber bei Lidl ist sie wirklich enorm."

Aus diesem Grund sind viele Mitarbeiter heute nicht zur Arbeit erschienen. Leybaert: "Es ist nicht so, dass die Streikposten die Beschäftigten daran hindern, arbeiten zu kommen. Nein, die Kollegen kommen einfach nicht. So groß ist die Unzufriedenheit.“

Bei Lidl ist Berichten zufolge etwa die Hälfte der Supermärkte geschlossen, insgesamt 153. Unternehmenssprecherin Isabelle Colbrandt: "Die höchste Streikbereitschaft herrscht in Wallonien, wo 60 Prozent der Filialen heute geschlossen sind. In Flandern sind es 40 Prozent.“

Für kommenden Montag wurden Verhandlungen zwischen der Unternehmensleitung und den Gewerkschaften anberaumt. Es war der erste Termin, der für beide Parteien möglich war, so Colbrandt. Die Geschäftsleitung erklärt, sie wolle die in der Vergangenheit zugesagten zusätzlichen Arbeitskräfte besser auf die Bedürfnisse der einzelnen Geschäfte abstimmen. "In einigen Filialen sind diese größer als in anderen und diese brauchen zusätzliche Kapazitäten. Darüber werden wir am Montag verhandeln".

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