Nicolas Maeterlinck

Streik des Personals des Fedasil-Asyl-Erstzentrums ‚Klein Kasteeltje‘ in Brüssel

Die gemeinsame Gewerkschaftsfront  des ‚Klein Kasteeltje‘-Zentrums in Brüssel (Foto), wo Asylbewerber ihren Antrag stellen müssen, hat am Montagmorgen einen 24-stündigen Streik begonnen. Die Fedasil-Mitarbeiter sind der Meinung, dass sie aufgrund von Personal- und Platzmangel nicht mehr in der Lage sind, die Bewohner menschenwürdig zu betreuen.

Die Türen des Aufnahmezentrums bleiben den ganzen Tag über geschlossen, und es werden keine Asylbewerber eingelassen. Die Gewerkschaften beklagen einen strukturellen Mangel an Ressourcen und Personal. Grundlegende Aufgaben wie "ein Bett, ein Bad und Brot" oder die Begleitung von Flüchtlingen können nicht mehr erfüllt werden.

"Wir können die ersten Formalitäten erledigen, aber das war's dann auch schon", so Kai Saillart von der christlichen Gewerkschaft ACV. "Wir haben zu wenig Ressourcen und zu wenig Personal. Das reicht vom medizinischen Dienst über den Logistikdienst bis hin zum Personaldienst", sagte sie.

Im Jahr 2015 nahm Belgien 44.000 Asylbewerber auf.  2019 waren es 27.000, und in diesem Jahr sind es bereits 18.000. Die Aufnahmezentren erreichen daher einen Sättigungspunkt, zumal die Entscheidungen über die Asylanträge der Migranten Zeit brauchen.

"Dies ist keine Krise. Heute geht es nicht um Migration, sondern um Mitarbeiter, die die Nase voll haben", betonte Kai Saillart. "Viele Menschen hier arbeiten mit Dreimonatsverträgen und erfahren erst in letzter Minute, dass diese verlängert werden. ‚Klein Kasteeltje‘ und die anderen Zentren sind renovierungsbedürftig, und die Bewohner leben dort in Vollzeit. Wir können dort keine menschenwürdigen Lebensbedingungen aufrechterhalten", schloss sie.

Die Gewerkschaften werden am Mittwoch vom Staatssekretär für Asyl und Migration, Sammy Mahdi (CD&V, flämische Christdemokraten), empfangen.

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