Killer von Brabant: Justiz lässt Person exhumieren, um einen DNA-Vergleich anzustellen

Laut einer Meldung der frankophonen Tageszeitung La Dernière Heure lässt die belgische Justiz den Leichnam des Briefträgers Jacques Hoebeeck exhumieren. Dieser Mann, der seinerzeit zu der rechtsradikalen Bewegung „Front de la Jeunesse“ gehörte, könnte Verbindungen zur Killerbande von Brabant gehabt haben.

Hoebeeck ist am 26. März 1989 im Brüsseler Stadtteil Elsene eines natürlichen Todes gestorben. Der Mann, ein Briefträger, war als rechtsradikal und antisemitisch bekannt, galt aber auch als ein von sich eingenommener Einzelgänger.

Jetzt ließ eine Untersuchungsrichterin aus dem Gerichtsbezirk Charleroi den Leichnam dieses Mannes auf dem Friedhof von Elsene exhumieren. Diese Exhumierung fand im Rahmen der Ermittlungen gegen die Killerbande von Brabant statt. In dieser Akte befinden sich die Namen von rund 800 noch lebenden oder verstorbenen Personen, von denen die Justiz keine DNA hat.

Diese Personen werden jetzt nach und nach systematisch überprüft und dem Vernehmen nach hat die Justiz derzeit bereits rund 400 DNA-Proben aus diesem Personenkreis nehmen und archivieren können, bzw. mit entsprechenden Spuren aus den Akten verglichen.

Heute bearbeiten noch rund 20 Ermittler die Akte der Killerbande von Brabant und die systematische Analyse von DNA-Proben ist beileibe nicht der einzige Weg im Versuch, doch noch Licht ins Dunkel bringen zu können. Die Zeit drängt, denn trotz Verlängerung der Fristen in diesem spezifischen Fall verjähren die Verbrechen 2025. 

Die Killerbande von Brabant

Die Killer von Brabant säten in den Jahren 1982, 1983 und 1985 mit einer ganzen Reihe von schweren gewalttätigen Einbrüchen, Überfällen auf u.a. Supermärkte (meist Delhaize-Märkte) und Morden Terror über das ganze Land. Dabei kamen 28 Menschen ums Leben und 40 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Bis heute ist dieser Fall nicht aufgeklärt. Es gibt weder Hinweise auf die Täter an sich, noch auf eventuelle Hintermänner.

Zwar sollen inzwischen verstorbene Personen behauptet haben, sie seien Teil der Bande gewesen, darunter auch ein Ex-Polizist, doch dies konnten dahingehende Ermittlungen niemals bestätigen oder belegen. Inzwischen drängt die Zeit, denn die Akte verjährt in 4 Jahren. Deshalb wird das gesamte Dossier noch einmal komplett durchleuchtet, um z.B. auch bisher wenig beachtete Pisten zu untersuchen und um neue Ermittlungstechniken anwenden zu könne, wie z.B. DNA-Untersuchungen. 

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