Die Provinz Antwerpen verschärft die Abwassernormen für das Chemieunternehmen 3M

Die Provinz Antwerpen hat wie erwartet, die Verklappungsnormen für Abwässer des US-Chemieriesen 3M am Standort Zwijndrecht deutlich verschärft. Die Permanentdeputation der Provinz folgte damit den Empfehlungen der Kommission für Umweltgenehmigungen. 

Die neuen Normen für 3M in Zwijndrecht bei Antwerpen traten sofort nach ihrer Festlegung in der vergangenen Woche in Kraft. Für die Chemikalie PFOS, ein Produkt, dass sich in der Umgebung des Werks als stark in der Umwelt und in der Schelde präsent erwies, galt bisher eine Genehmigung, um 30 Mikrogramm pro Liter Abwasser verklappen zu dürfen.

Dieser Wert wurde deutlich auf 1 Mikrogramm PFOS pro Liter heruntergeschraubt. Die gleiche Norm gilt ab sofort bei 3M auch für die Produkte PFOA und PFOSA. Es ist zu erwarten, dass 3M gegen diese Normen Berufung einlegen wird.

„Ausschlaggebend ist die Notwendigkeit einer deutlichen Reduktion der ökotoxischen und des human-toxischen Auswirkungen bei der Verbreitung dieser sich in der Natur nicht auflösenden Perfluor-Verbindungen“, sagte Luk Lemmens (N-VA), der Vorsitzende der Permanentdeputation der Provinz Antwerpen.

3M ist seit Monaten im Fokus der Behörden

„Daneben sind wir davon überzeugt, dass die Technologien, mit denen PFOS und PFOA entfernt werden können, so weit gediegen sind, dass diese Normen erreicht werden können“, so Lemmens abschließend. Im August dieses Jahres hatte die flämische Umweltinspektion 3M mit sofortiger Wirkung schon die Verklappung von FBSA-haltigen Abwässern untersagt.

3M ist voreinigen Monaten in Ungnade gefallen, als bekannt wurde, dass PFOS-haltige Abfälle in der Umgebung des Werks von Zwijndrecht quasi vergraben wurden, was bei Bauarbeiten am Antwerpener Verkehrsprojekt Oosterweel-Verbindung ans Tageslicht kam, und wegen der teilweise illegalen Verklappung von giftigen Abwässern in die Schelde.

Inzwischen wird rund um 3M in Zwijndrecht auch die von dem Werk ausgehende Luftverschmutzung unter die Lupe genommen. Möglicherweise muss das US-Unternehmen auch Zuschüsse und Fördergelder der flämischen Landesregierung zurückzahlen, denn diese waren teilweise an umweltschützende Projekte gebunden. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten