Rotterdam-Marathon: Der Belgier Bashir Abdi konnte den Europarekord brechen

Der belgische Athlet Bashir Abdi hat am Sonntag in Rotterdam den europäischen Marathon-Rekord gebrochen. Abdi lief die Distanz in 2 Stunden, 3 Minuten und 35 Sekunden und war damit 41 Sekunden schneller als der bisherige europäische Marathon-Rekord.

Bashir Abdi hatte im Sommer bei den Olympischen Spielen in Tokio noch die Bronzemedaille im Marathon gewonnen. Er hatte nicht erwartet, dass er so schnell wieder belgische Sportgeschichte schreiben sollte, auch wenn er unbedingt in Rotterdam gewinnen wollte.

Der Rotterdam-Marathon begann am Sonntagmorgen sehr schnell, doch das hohe Tempo machte dem 32 Jahre alten Marathonläufer Bashir Abdi keine Probleme. Er war lange Teil einer großen führenden Gruppe und nach 15 km war er eine halbe Minute schneller, als der bisherige Rekordhalter Kaan Kigen Özbilen im Jahr 2019 gelaufen hatte.

Im Laufe des Rennens ließ sich der erfahrene Abdi etwas zurückfallen, um Kräfte zu sparen, doch nach 36 km schaltete er wieder einen Gang nach oben und überholte seine beiden übriggebliebenen Konkurrenten. Danach lief er in einer Zeit von 2h03'35" am Coolsingel in Rotterdam über die Ziellinie und war damit 41 Sekunden schneller als Özbilen 2019.

Heimspiel in Rotterdam

Bashir Abdi lobte danach das Publikum von Rotterdam, das ihn vor allem auf den letzten Kilometern mit Zurufen und Applaus aus vollen Kräften unterstützt hatte: „Rotterdam ist wie ein Heimspiel. (…) Ich bekam Hühnerhaut. Ich wollte den Zuschauern dann auch etwas zurückgeben, in dem ich hier gewinne.“

Abdi hatte seien letzten Marathon vor knapp 2,5 Monaten gelaufen, was eigentlich eher selten ist, doch er und sein Trainer Gary Lough hatten sich gut mit Training und Ruhepausen auf Rotterdam vorbereitet: „Ich musste nicht von Null an beginnen und die Umstände hier in Rotterdam waren auch ideal.“  

Nur einmal musste Abdi aufholen: „Ich hatte gerade etwas getrunken, als schneller gelaufen wurde. Doch ich hatte noch Zeit genug, um aufzuholen. Ich bin nicht in Panik verfallen und konnte zum richtigen Zeitpunkt schneller laufen. (…) Ich war froh, dass ich das letzte Stück alleine laufen konnte, aber die letzten 2 Kilometer fühlten sich an wie 5 Kilometer.“ 

Bashir Abdi schaute auf den letzten Kilometern übrigens immer auf seine Stoppuhr um zu prüfen, ob er den Europarekord von Kaan Kigen Özbilen nicht doch noch brechen konnte… Der Rest ist Geschichte (siehe oben).  

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