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Erneut 10 Festnahmen im Antwerpener Drogenmilieu Im Zuge der "Operation Sky"

Die Kriminalpolizei von Antwerpen hat am Montagvormittag 10 Personen in Zusammenhang mit einem Dossier zu Kokainschmuggel festgenommen. Sechs dieser Verdächtigen arbeiten oder arbeiteten früher für ein Hafenunternehmen in der Schelde-Metropole. Erneut lieferten Informationen über das entschlüsselte „Sky ECC“-Kommunikationssystem die notwendige Information für diese Polizeiaktion im Rahmen der „Operation Sky“. 

Die Bundespolizei von Antwerpen durchsuchte am Montagvormittag 11 Objekte in Antwerpen, Borgerhout, Deurne, Schoten und Wommelgem, sowie Zellen in den Haftanstalten von Antwerpen und Wortel (alles in der Provinz Antwerpen). Dabei wurden insgesamt 10 Personen festgenommen.

Sechs der Betroffenen haben früher einmal in einem Antwerpener Hafenunternehmen gearbeitet oder arbeiten noch dort. Genauer handelt es sich um eine 28 Jahre alte Frau aus Deurne, die illegale Informationen aus den Datenbanken dieses Unternehmens suchte, um diese einer kriminellen Organisation zukommen zu lassen.

Die weiteren Festgenommenen sind Männer im Alter von 24, 27, 36, 43 und 44 Jahren aus den oben genannten Ortschaften.

Zwei kriminelle Familien aus der Antwerpener Region im Fokus

Die Ermittlungen, die zu dieser Aktion führten, begannen bereits Anfang 2020 im Rahmen von Untersuchungen nach Granatanschlägen in der Antwerpener Region. 

Dabei nahm die Kripo im Besonderen zwei verdächtige mit einander verwandten Familien genauer unter die Lupe, wie Kristof Aerts von der Antwerpener Staatsanwaltschaft gegenüber VRT NWS andeutete: „Die Untersuchung konnte die kriminellen Aktivitäten von zwei Familien, die möglicherweise von Dubai aus geleitet wurden, aufzeigen.“

Während vorheriger Ermittlungen in Richtung möglicher Dienstleistungen für eine kriminelle Organisation, die verdächtigt wird, bewusst kryptische Telefone ans kriminelle Kreise geliefert zu haben, sei es spezialisierten Polizisten gelungen, codierte Berichte, die über Sky ECC gesendet wurden, zu entschlüsseln, so Aerts weiter.

1,3 Tonnen Koks - 51,6 Mio. €

Die Erkenntnisse aus den entschlüsselten Daten sorgen sowohl für bestätigende Beweise von Straftaten in Zusammenhang mit Kokainschmuggel, als auch für neue Ermittlungsergebnisse in den Recherchen bezüglich der Aktivitäten dieser kriminellen Familien, so Aerts: „Diese sollen mindestens 1,3 Tonnen Kokain im Straßenverkaufswert von 51,6 Mio. € eingeführt haben.“ Dazu wurde auch die Hilfe der jetzt verhafteten Zwischenpersonen, die im Hafen arbeiten oder von dort aus wichtige Informationen liefern konnten, genutzt.

Um das Kokain nach Belgien schmuggeln zu können, wurden einige Techniken angewandt, wobei auch Pincodes verwendet wurden, die auf betrügerische Weise besorgt wurden. Um bestimmte Container aus dem Hafen holen zu können, erhalten z.B. Transportunternehmen einen Pincode, um Zugang zu diesem Container zu erhalten. Demnach wurden auch Personen ausgenutzt, die eigentlich legale Jobs im Hafen haben. Dazu gehören 6 der 10 jetzt festgenommenen Verdächtigen. 

Aktuell laufen in der Antwerpener Region Ermittlungen in insgesamt 194 Akten, die nach der Entschlüsselung von Sky ECC eröffnet werden konnten. Das entspricht etwa 70 % der laufenden Ermittlungen in Antwerpen

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