Die Maas Mitte Juli in Lüttich: Die Versicherungen haben Schadensfälle für fast 209 Mio. Euro registriert.
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Hochwasser im letzten Sommer verursacht über 2 Milliarden Euro Schaden

Der Schaden, den die Hochwasserkatastrophe im letzten Sommer angerichtet hat, beläuft sich auf 2.163,9 Milliarden Euro. Dieser Betrag beruht auf über 70.000 angegebener Schadensfälle, so geht aus einer neuen Schätzung der Versicherungsunternehmer hervor. Allein in Wallonien belaufen sich die Kosten auf über 2 Milliarden Euro. 

Die finanziell am stärksten betroffene Gemeinde ist Lüttich mit einem Schaden von mehr als 200 Millionen Euro. In Flandern war Voeren mit einem Schaden von 4,4 Millionen Euro am stärksten betroffen.  

Dreieinhalb Monate nach dem verheerenden Hochwasser am 14., 15. Und 16. Juli 2020 hat Assuralia, der Verband der Versicherungsunternehmen, einen guten Überblick über die versicherten Schäden. 

Einen Monat nach der Katastrophe war der Verband noch von Kosten zwischen 1,3 und 1,7 Milliarden Euro ausgegangen. Nachdem nun aber fast 72.000 Schadensmeldungen eingegangen sind, beziffert Assuralia den versicherten Schaden auf rund 2.164 Millionen Euro.  

Die Versicherer erwarten keinen großen Anstieg der Zahl der Anträge mehr. "Was sich noch ändern kann, ist der genaue Betrag. Sobald die Bewertungen vor Ort abgeschlossen sind, werden die Zahlen über den Gesamtschaden genauer", sagt Hein Lannoy, CEO von Assuralia.

Meistens “einfache Risiken”

Betrachtet man die Aufschlüsselung der Anträge, wurden hauptsächlich "einfache Risiken" (63 692) angegeben. Das heißt, Schäden an Häusern und Geschäften. Darüber hinaus wurden 6.602 Schadensfälle für Fahrzeuge und 1.452 Schadensfälle für große Unternehmen und Einrichtungen angegeben. 

In der Wallonie wurden die meisten Schäden und zwar in Höhe von 2.070 Millionen Euro festgestellt (62.440 Schadensfälle). Die Region kommt für die Hälfte des Schadens auf. Dies ist mit den Versicherern vereinbart worden. 

In Flandern wird der Schaden auf 74,6 Millionen Euro geschätzt, wobei 28 Millionen Euro von Flandern übernommen werden. In der Region Brüssel beläuft sich der Schaden auf 19,2 Millionen Euro. Davon übernimmt die Region Brüssel-Hauptstadt 5 Millionen Euro. 

In Flandern war Voeren mit einem Schaden von 4,4 Millionen Euro, verteilt auf 249Schadensfälle, am stärksten betroffen.

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