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"Nasen- und Mundschutz im Unterricht darf kein Tabu sein", sagt Corona-Kommissar Pédro Facon

Der flämische Bildungssektor berät am Mittwochabend über zusätzliche Maßnahmen, da die Schulen mit dem Anstieg der Corona-Infektionen zu kämpfen haben. Der belgische Corona-Kommissar Pédro Facon ist der Ansicht, dass zusätzliche Schutzmaßnahmen notwendig sind. In der Morgensendung von Radio 1 (VRT) sagte er am Mittwoch, dass die Einführung einer Maskenpflicht für bestimmte Gruppen "kein Tabu sein sollte".

"Wir wissen, dass ein kurzfristig keine Impfung ab dem sechsten Lebensjahr geben wird”, erklärte der hohe Regierungsbeamte im Radio: “Auf europäischer Ebene gibt es dazu noch wissenschaftliche Diskussionen. Wie können wir also die Sicherheit im Klassenzimmer erhöhen? Ist die Wiedereinführung von Masken für bestimmte Gruppen oder in bestimmten Situationen sinnvoll? Ich denke, das Thema darf kein Tabu sein." Nach Ansicht von Pédro Facon muss noch an der Belüftung und der Luftqualität in den Klassenzimmern gearbeitet werden. 

Angesichts der Ausbreitung des Virus, insbesondere in den Grundschulen, wird über die Maskenpflicht für Schüler unter 12 Jahren diskutiert. Am Dienstagabend sagte die Kommissarin für Kinderrechte, Caroline Vrijens, in der VRT-Fernsehsendung De Afspraak ein klares "Nein" zur Maskenpflicht für Kinder, insbesondere mit dem Argument, dass Masken die Sprachentwicklung und die nonverbale Kommunikation beeinträchtigen. Caroline Vrijens sagte, sie werde sich bei der heutigen Anhörung gegen diese Verpflichtung aussprechen.

In der Wallonie haben der Bildungsminister und die Schulbehörden beschlossen, dass die Schüler der weiterführenden Schulen nach den Allerheiligenferien wieder eine Maske tragen müssen. In Brüssel, wo die Impfung noch nicht so weit fortgeschritten ist, waren Masken immer noch vorgeschrieben. In Brüsseler Kindergärten und Grundschulen müssen die Kinder aber keine Masken tragen. 

Begrenzung der Kontakte im privaten Bereich

Nach Ansicht von Pédro Facon müssen auch die Kontakte im privaten Bereich eingeschränkt werden, um die Herbstwelle einzudämmen. Dies gilt mit Sicherheit für ältere Menschen und andere schutzbedürftige Personen, sagte er gegenüber Radio 1. 

"Es ist wichtig, sich so viel wie möglich im Freien zu treffen und für eine gute Belüftung in Innenräumen zu sorgen", sagte er. "Wenn dies nicht möglich ist, sind Mundschutz und Abstandhalten immer noch wichtig.” 

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