Laden Video-Player ...

"Klimazug" fährt über Brüssel mit Aktivisten und Politikern zum Klima-Gipfel nach Glasgow

Der so genannte "Klimazug" hat am Samstagvormittag Brüssel verlassen. Der Zug bringt Politiker, Umweltverbände und Klimaaktivisten zur Klimakonferenz COP26 in der schottischen Stadt Glasgow. Der Vizepräsident der Europäischen Kommission, Frans Timmermans (Foto), verabschiedete sie im Brüsseler Südbahnhof. Er dankte den jungen Leuten für ihren Einsatz und bat sie, dies auch weiterhin zu tun.

Der Klimazug kam aus Amsterdam und hielt in verschiedenen Städten, um Aktivisten und Politiker für die Fahrt in die schottische Stadt Glasgow abzuholen. Dort beginnt der Weltklimagipfel, den viele als "letzte Chance zur Begrenzung des Klimawandels" betrachten.

Frans Timmermans kam im Namen der Europäischen Kommission, um die mehr als 200 Brüsseler Aktivisten auf dem Bahnsteig zu ermutigen. Timmermans ist Vizepräsident der Kommission, aber auch für den europäischen "Green Deal" oder den EU-Klimaplan zuständig.

"Ich bin diesen jungen Menschen auch dankbar und rufe sie auf, aktiv zu bleiben und uns weiter auf Trab zu halten und auch weiterhin mit ihren Eltern zu sprechen", sagte Timmermans heute Morgen zu VRT NWS.

Ein Teil der EU-Bemühungen zielt auf "eine Renaissance des Zuges, damit wir für kurze Strecken nicht mehr automatisch ins Flugzeug steigen", so Timmermans. Er räumte ein, dass noch einiges getan werden muss, um den Kauf von Zugfahrkarten zu erleichtern und vor allem die Preise niedrig zu halten, da das Fliegen immer noch viel billiger ist.

Glaubt Timmermans immer noch, dass wir die globale Erwärmung bis zum Ende dieses Jahrhunderts auf 1,5 Grad begrenzen können? Timmermans geht davon aus, dass noch viel mehr getan werden muss, bleibt aber optimistisch: "Wenn wir sehen, wo wir vor einem Jahr standen und wo wir jetzt sind, bin ich optimistisch, dass die Menschheit es schaffen kann, dieses Ziel zu erreichen."

Europa ist zwar nur für 8 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich, aber der Kontinent kann nach Ansicht des EU-Kommissars anderen Ländern wie China (28 Prozent) den Weg weisen. Obwohl Corona persönliche Treffen verhindert hat, glaubt Timmermans weiterhin an einen Gipfel wie den in Glasgow, weil er nicht nur Regierungen und Politiker, sondern auch Nichtregierungsorganisationen, Unternehmen und Kommunen zusammenbringt.

An Bord auch die junge flämische Umweltaktivistin Anuna De Wever

Der Klimazug, der kurz vor 9.00 Uhr aus Amsterdam in den Niederlanden abfuhr, machte am Morgen einen einstündigen Halt im Bahnhof Brüssel-Süd. Davor hatte der Zug seinen ersten Halt in Rotterdam gemacht und kam gegen Mittag in London an. Die Ankunft in Glasgow ist für 18 Uhr geplant.

Avanti West Coast, Eurostar, NS und ProRail hatten sich mit Youth for Sustainable Travel, einer europäischen Organisation zur Förderung nachhaltigen Reisens, zusammengetan, um einen Sonderzug zur COP26 einzusetzen. Sie werden von allen Infrastrukturbetreibern auf der Strecke unterstützt.

Die Delegationen und jungen Aktivisten, darunter Anuna De Wever, wurden am Brüsseler Südbahnhof mit Musik einer Live-Band auf dem Bahnsteig und von verschiedenen politischen Vertretern verabschiedet.

Meist gelesen auf VRT Nachrichten