Forscher findet geheimen Gang unter dem Marktplatz im limburgischen Maaseik

Der Forscher und Hobby-Historiker Rocky Grispen hat mit modernster Messapparatur nach drei Jahren Suche einen rund 30 Meter langen unterirdischen Gang unter dem Marktplatz im Zentrum von Maaseik in der Provinz Limburg entdeckt. Von diesem Tunnel erzählt die Legende, dass ihn die „Bockreiter“ als Fluchtweg gegraben haben. Die „Bockreiter“ waren eine Räuberbande, die die gesamte Region im 18. Jahrhundert in Angst und Schrecken versetzt haben.

Grispen hat einen umfassenden Bodenscan am „Großen Markt“ von Maaseik durchführen lassen und fand dabei einen nur 60 cm unter dem Marktplatz liegenden Gang: „Das Resultat ist beeindruckend. Auf dem Scan erkennt man, dass noch rund 30 m dieses Gangs intakt sind. Auch auffallend ist, dass der sich Gang teilt. Ein Teil läuft in Richtung des Denkmals.“ In alten Dokumenten der Stadt ist dazu bemerkt, dass ein Teil dieses Gangs verschwand, als 1862 das Denkmal für die Van Eyck-Brüder entstanden ist.

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Nach Ansicht von Rocky Grispen sind die Gänge lange vor 1850 gebaut worden und sie haben möglicherweise den „Bockreitern“ als Fluchtweg oder für Nachschub bei einer möglichen Belagerung gedient. Sicher ist das aber nicht und deshalb möchte die Stadtverwaltung von Maaseik, dass weiter geforscht wird. Grispen bleibt also dran an dieser Geschichte. Er möchte, dass die Gänge in die touristischen Führungen durch die Stadt aufgenommen werden. Mit einer Anpassung des Kopfsteinpflasters auf dem Platz könnte angedeutet werden, wo der oder die unterirdischen Gänge verlaufen…

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Hobby-Historiker Rocky Grispen sagte nach intensiven Untersuchungen mit Bodenradar-Geräten, Scannern und Bohrungen im Dezember 2018 gegenüber VRT NWS „Wir haben über 40 dichtgemauerte Tunnel und 13 uns unbekannte Konstruktionen unter dem ‚Großen Markt‘ in Maaseik entdeckt.“ Diese Geschichte lässt Grispen seit Jahren nicht mehr los und er setzt seit Jahren modernste Technik ein, um mehr über diese Tunnel herauszufinden. Der Amateurforscher und Hobby-Historiker ist hauptberuflich Dokumentarfilmer und will später ein Feature über die „Bockreiter“ und deren Tunnelsystem in Maaseik drehen…

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Das Van Eyck-Denkmal auf dem "Großen Markt" von Maaseik

Die "Bockreiter"

Die „Bockreiter“ waren eine berüchtigte Räuberbande, die im 18. Jahrhundert weite Teile des damaligen Limburg unsicher machte. Der Legende nach bestahl sie die Reichen, um den Armen zu helfen, doch die Räuber werden wohl reichlich Diebesgut für sich abgezweigt haben. Eines ihrer Hauptquartiere lag in der Stadt Maaseik in der heutigen flämischen Provinz Limburg direkt am Marktplatz.

Hendricus Houben, einer der Bandenchefs, hatte ein Haus am Marktplatz von Maaseik und Raubzüge soll er von dort aus mit seinen Leuten geplant haben und zwar aus dem Keller des Hauses heraus. Um nicht aufzufallen, sollen die „Bockreiter“ eben durch ein eigens gegrabenes Tunnelsystem auf Raubzug gegangen sein und auf diesem Wege soll deren Beute in Houbens Haus gebracht worden sein.

Die „Bockreiter“ waren der Überlieferung nach eine Räuberbande, die grobgeschätzt zwischen 1730 und 1780 im Raum Limburg (sowohl in der heutigen flämischen Provinz Limburg, als auch in der benachbarten niederländischen Provinz Südlimburg) aktiv war. Sie hinterließ auch Spuren in der Gegend um Herzogenrath in Nordrhein-Westfalen bei Aachen unweit der niederländischen Grenze. Limburg stellte damals noch ein zusammengehöriges Gebiet dar, das sich heute über drei Länder erstreckt: Belgien (Provinzen Limburg und Lüttich), Deutschland (NRW, Region Aachen) und die Niederlande (Provinz Südlimburg).

Maaseik

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