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100 Jahre alter Pater vor Gericht nach Belästigung eines Minderjährigen

Vor dem Brüsseler Berufungsgerichts muss sich in diesen Tagen ein 100 Jahre alter Pater verantworten, dem die Belästigung eines 16 Jahre alten Jungen vorgeworfen wird. Der Mann, der auch das männliche Pflegepersonal in der Klostergemeinschaft Don Bosco in Oud-Heverlee (Flämisch-Brabant) belästigt, ist der Justiz einschlägig bekannt.

Der Angeklagte muss sich wegen der sexuellen Belästigung eines 16 Jahre alten Jungen im Jahr 2018 verantworten. Der Junge wurde eine Zeit lang in der Don Bosco-Klostergemeinschaft aufgenommen, weil er Opfer einer schwierigen Scheidung seiner Eltern war. Dort fasste er zunächst Vertrauen zu dem betagten Geistlichen. Doch als der Junge im Zimmer des Paters einen Film schaute, begann dieser ihn unsittlich anzufassen. Der 16-Jährige versuchte dies, zu vermeiden, doch der Pater ließ nicht von ihm ab. Darauf stürmte der Jugendliche aus dem Zimmer und meldete den Vorfall.

Das Strafgericht von Löwen verurteilte den Angeklagten heute 100 Jahre alten Pater 2018 zu 12 Monaten Haft ohne Bewährung, doch dessen Anwalt legte Berufung ein. Dieser erhofft sich in Berufung eine Haftstrafe zur Bewährung zu erreichen. Dessen Mandant hat die Taten nicht abgestritten und auch die kirchlichen Behörden seien von dem Vorfall unterrichtet gewesen, so der Anwalt.

Der betagte Geistliche ist seit dem Vorfall 2018 ein eine andere Klostergemeinschaft verlegt worden und lebt heute in Bortmeerbeek (Flämisch-Brabant) in einem Kloster. Doch dort hatte er erst kürzlich einem jungen Pfleger unsittliche Angebote gemacht und auch andere Männer, die dort in der Pflege tätig sind, wurden bereits belästigt, wenn auch lediglich verbal. Schon 1998 sei der Pater zu einer Bewährungsstrafe nach sexueller Belästigung von Minderjährigen verurteilt worden, so die Staatsanwaltschaft, die dem hochbetagten Geistlichen eine „schwere sexuelle Störung“ vorwirft.  

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