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Rechtes Gedankengut? Hausdurchsuchungen bei Soldaten und in Kasernen

Die belgische Bundespolizei hat am Mittwochmorgen mehrere Hausdurchsuchungen in Kasernen und in den Privatwohnungen von Soldaten durchgeführt. Hintergrund für diese Aktion sind rechtsextreme Botschaften in den sozialen Netzwerken, bei denen auch Gewalt und zu terroristischen Taten aufgerufen wurde. 

Die Hausdurchsuchungen erfolgten durch die Bundespolizei von Charleroi in drei Kasernen und zwar in der Offiziersschule in Sint-Truiden in der Provinz Limburg und in der Kaserne von Oud-Heverlee in Flämisch-Brabant sowie am Luftwaffen-Stützpunkt in Florennes in der Provinz Namür. Daneben wurden die Privatwohnungen von 8 Soldaten durchsucht. Festnahmen gab es keine, doch es wurden Computer und Mobiltelefone beschlagnahmt.

Die Hausdurchsuchungen erfolgten nach dem Verbreiten von rechtsextremem Gedankengut über die sozialen Netzwerke oder über geschlossene Chatgruppen, bei denen auch zu Gewalt und zu Terrortaten aufgerufen wurde. 

Nach Medienberichten u.a. unserer frankophonen Kollegen der RTBF ist diese Ermittlung eine Folge der Affäre um den rechtsextremen Soldaten Jürgen Conings, der Ende Mai verschwand, nach dem er Waffen und Munition aus der Kaserne von Leopoldsburg in Limburg entwendet hatte.

Conings hatte seinerzeit angekündigt, Politiker und Mediziner, die mit Corona in Verbindung stehen anzugreifen und er hatte es auch auf Moscheen gemünzt. Nach rund einem Monat Suche wurde seine Leiche im Dilserbos, einem Waldstück in Limburg, aufgefunden. Offenbar hatte er sich das Leben genommen. 

Die Staatsanwaltschaft sagt in diesem Zusammenhang aber auch, dass es keinen direkten Link zwischen Conings und den überprüften Soldaten gibt. Diese hätten aufgrund der Affäre Conings gehandelt und nicht mit ihm persönlich. Conings und die Verdächtigen kannten sich nicht. 

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