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Rekordzahl Migranten und Flüchtlinge überquert den Ärmelkanal nach England

Am Mittwoch haben 853 Migranten und Flüchtlinge den Ärmelkanal nach England überquert. Das ist ein neuer Tagesrekord. Der bisherige Tagesrekord lag bei 827 Personen und war im August registriert worden. Seit Januar 2021 haben bereits mehr als 21.000 Migranten und Flüchtlinge England erreicht. In dieser Woche sind mindestens zwei Menschen ertrunken. 

Zwischen Montag- und Mittwochnacht waren mehr als 1.000 Migranten und Flüchtlinge vor der französischen Küste aufgegriffen. Allein am Mittwoch zählte die britische Regierung 853 Menschen, die es geschafft haben. Die meisten von ihnen strandeten in kleinen Booten in Großbritannien, nachdem sie die viel befahrene Wasserstraße mit sehr wechselhaften Wetterbedingungen überquert hatten.  

Vor der französischen Küste war am Mittwoch auch ein Mann bewusstlos aus dem Wasser gezogen worden. Später wurde er für tot erklärt. Ein anderer Mann fiel von einem Boot ins Meer und wird seitdem vermisst. Auch an einem Strand westlich von Calais wurde eine Leiche angespült. In der Nähe fand die Polizei ein mit Wasser gefülltes Boot und zwei unterkühlte Überlebende. 

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Immer gefährlicher

Am Donnerstagabend hatte ein Zug in Calais einen eritreischen Flüchtling totgefahren. Ein weiterer Eritreer wurde schwer verletzt. Zwei weitere Personen kamen mit leichten Verletzungen davon. Die Migranten waren im Dunkeln und bei strömendem Regen auf den Gleisen unterwegs.  

“Es gibt einen neuen Zustrom von Flüchtlingen”, sagte der Bürgermeister eines Dorfes bei Dünkirchen im französischen Fernsehen. "Und immer mehr Tote", stellte er fest, auch bei Feuergefechten zwischen Menschenschmugglern. 

Die Zahl der Migranten und Flüchtlinge, die versuchen, in kleinen Booten nach England zu gelangen, steigt von Jahr zu Jahr. In diesem Jahr konnten bereits 21.000 Menschen die englische Küste erreichen, fast dreimal so viele wie im letzten Jahr. 2020 strandeten 8.800 Personen an der britischen Küste. Fast 6.000 Menschen gerieten in Seenot und mussten gerettet werden. Dieser Anstieg führt zu Spannungen zwischen Frankreich und dem Vereinigten Königreich. Nach Ansicht der Briten tun die Franzosen nicht genug, um die Flüchtlinge aufzuhalten. 

Frankreich wirft seinerseits Belgien vor,  nicht genug zu tun, um die Migranten an den Grenzen aufzuhalten.  Der französische Innenminister Darmanin hatte die belgischen Behörden vor einem Monat aufgefordert, mehr zu tun und die Grenzen besser zu kontrollieren.

Im französischen Fernsehen sagte Darmanin, dass 50 Prozent der Migranten, die in Nord-Pas-de-Calais ankommen, über die belgische Grenze einreisen würden. 

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