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Wirtschaft und Corona: Höhere Umsätze aber zunehmende Personal- und Materialprobleme

Der Umsatz der Unternehmen in Belgien ist derzeit höher als vor der Coronakrise - bis zu 9 % höher als im Oktober 2019, also vor der Krise. Doch die Wirtschaft leidet unter Problemen, die vor allem an einem Mangel an Arbeitskräften liegen und die durch Nachschubschwierigkeiten bei Rohstoffen und Bauteilen verursacht werden. 

Diese Probleme, so die Belgische Nationalbank (BNB), bremsen den Wirtschaftsaufschwung etwas ab. Die BNB gibt dies nach einer Studie bekannt, die gemeinsam mit den Unternehmer- und Wirtschaftsverbänden Unizo, NSZ, Voka und VBO bei 2.000 Unternehmen im Land durchgeführt wurde. Demnach haben mehr als die Hälfte aller Betriebe und Firmen in unserem Land Probleme, geeignete Arbeitskräfte zu finden und dies bei weitem nicht nur im Bereich Facharbeiter.

Sie reagieren mit flexibleren Arbeitszeiten und mit höheren Löhnen und Gehältern, doch dies sorgt ebenso für eine Verteuerung der hergestellten Produkte, wie der Versorgungsmangel mit Rohstoffen (u.a. Stahl, Holz, Papier) oder mit halbfertigen Produkten, wie dem allzu bekannten Halbleiter- bzw. Microchip-Problem. 

Wo geht es gut und wo schlechter?

Schlechter dran als vor Corona sind der Reisesektor (- 49 %), die Gastronomie (- 32 %) und der Einzelhandel (- 9 %). Besser geht es dem IT-Sektor, der innerhalb von zwei Jahren um 38 % zulegen konnte und dem Immobiliensektor, der einen Umsatzanstieg um 33 % verbuchen konnte.

Alles wird teurer?

8 von 10 befragten belgischen Unternehmen leiden unter Nachschub- und Versorgungsproblemen. Dies führt im Durchschnitt zu Mehrkosten von bis zu 20 % bei den Betrieben. Das trägt natürlich auch zur Teuerungsrate in Belgien bei, so Fachleute, denn die höheren Rohstoffpreise und Gehälter werden an die Verbraucher weitergegeben.

Seit Ausbruch der Corona-Pandemie sind die Preise in unserem Land um durchschnittlich 6 % angestiegen, was besonders durch die steigenden Energiepreise bei Gas, Öl und Strom der Fall ist und durch den entsprechenden Preistrend bei Kraftstoffen kaum noch zu übersehen ist. Wirtschaftsfachleute gehen davon aus, dass die Preise im kommenden Jahr zudem ebenfalls wieder um bis zu 6 % steigen werden. 

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