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Belgien sinkt im Klimaschutz-Ranking weiter nach unten und steht jetzt hinter China

Belgien steht aktuell nur noch auf dem 49. Platz im aktualisierten „Climate Change Performance Index“. Das ist das Klimaschutz-Ranking einiger internationalen Umwelt- und Klimaschutz-Bewegungen. Seit 2005 wird dieses Ranking jährlich veröffentlicht. Es beinhaltet die Klimaschutz-Leistungen von 60 Ländern weltweit plus die Staaten der Europäischen Union. Inzwischen sieht es aber so aus, als sei kein wirkliches gemeinsames belgischen Klimaprojekt, an dem Bund, Länder und Regionen beteiligt sein könnten, in Sicht. 

Der aktuelle „Climate Change Performance Index“ wurde am Dienstag am Rande des UN-Klimagipfels COP26 im schottischen Glasgow veröffentlicht und darin steht, dass Belgien auf den 49. Platz abgesackt ist. Unser Land schneidet damit schlechter ab als Länder wie China oder Indien und steht zwischen Ländern wie Weißrussland, Slowenien oder Tschechin. Im Gegensatz dazu stehen unsere Nachbarländer Deutschland, die Niederlande und Frankreich deutlich besser da, denn sie tauchen alle in der Top 20 auf.

Die an dem Ranking beteiligten Organisationen werfen Belgien vor, zu wenig gegen klimaschädliche Emissionen zu unternehmen. Hier liegt es vor allem bei den Treibhausgasen im Argen. Offenbar hat Belgien hier in den vergangenen Jahren keinen Fortschritt verbuchen können.

Zu den Verfassern dieses Ranking gehören auch die belgischen Umweltverbände Bond Beter Leefmilieu, WWF, Greenpeace und Inter-Environment Wallonie. Sie schreiben dazu in einer eigenen Pressemitteilung: „Unser Land erreichte im Zeitraum 2014-2019 keine Verminderung beim Ausstoß von Treibhausgase. Die Verminderungen, die seit 2020 messbar sind, sind eher auf die Covid-19-Crisensituation zurückzuführen, als auf ein strukturelles Auftreten unserer Regierungen.“

Fingerzeit in Richtung Flandern

In der Pressemitteilung heißt es weiter: „Auf Bundesebene und auf wallonischer und Brüsseler Ebene sind neue Klimaziele festgelegt worden, die sich den europäischen Klimaambitionen anschließen. Doch in Flandern ist das nicht der Fall, wo die Regierung den belgischen Beitrag an den europäischen Zielen selbst abschwächen will und regelmäßig die Möglichkeiten einer ambitionierteren nationalen Positionierung für das Klima blockiert.“

Die Organisationen bitten die flämische Landesregierung darum, den belgischen Beitrag an den europäischen Klimazielen (mindestens 43 % weniger Treibhausgase ausstoßen) zu zeichnen. Im flämischen Klimaplan, den Landesumweltministerin Zuhal Demir (N-VA) kürzlich vorstellte, ist nur die Rede von einer Ausstoßverringerung um 40 %.

Zudem wird gefordert, dass die Regierungen aus Bund, Ländern und Regionen in Belgien einen gemeinsamen Klimaplan aufstellen und die jeweiligen Vorhaben aufeinander abstimmen. Auf nationaler Ebene sollen zudem auch kurzfristige Maßnahmen ergriffen werden, um den Ausstoß von z.B. Methan und CO² in Belgien zu senken. 

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Kein gemeinsames belgisches Klima-Gesamtprojekt?

Inzwischen sieht es so aus, als sei kein wirkliches belgischen Klimaprojekt, an dem Bund, Länder und Regionen beteiligt sein könnten, in Sicht. Bisher konnten sich die beteiligten Regierung nicht auf eine Aufteilung der Aufgaben und Lasten in Sachen Klimaschutz einigen.

Philippe Henry (Ecolo), der wallonische Umweltminister, ist der Ansicht, dass die verschiedenen Standpunkte zu weit auseinanderliegen würden. Seine flämische Amtskollegin Zuhal Demir (N-VA) gibt hingegen an, man werde die entsprechenden Gespräche Ende der Woche fortsetzen.

Eine Einigung noch vor dem Ende des Weltklimagipfels in Glasgow scheint also nicht wirklich im Bereich des Möglichen zu sein… Dafür liegen schon die Anstrengungen zu weit auseinander. Während der Rest Belgiens gleichlautend mit der Europäischen Union bis 2030 den Schadstoffausstoß um 47 % senken will, arbeitet Flandern mit einem Wert von 40 %. 

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