Raversyde

Grabstein eines gefallenen deutschen Soldaten bei Mäharbeiten nahe Ostende entdeckt

In der Provinzdomäne Raversyde bei Ostende ist bei Mäharbeiten der Grabstein eines deutschen Soldaten gefunden worden, der am Ende des Ersten Weltkriegs gefallen ist. Auffallend ist dabei, dass der Soldat dort nicht gefallen ist und dass dort auch eigentlich kein Friedhof war. Der Grabstein lag hinter einer der Bunkeranlagen des Atlantikwalls.

Das Auffinden dieses Grabsteins in Raversyde ist umso seltsamer, als dass der deutsche Soldat Max Weissbach dort nicht gefallen ist. Er wurde ursprünglich auf einem Soldatenfriedhof in Stene begraben, wo er auch gefallen ist.

Dieses Dorf liegt zwar ebenfalls in der Nähe von Ostende, doch in den 1950er-Jahren wurde Weissbach umgebettet und sein Grab befindet sich auf dem berühmten Friedhof für Gefallene aus dem Ersten Weltkrieg in Vladslo in Westflandern. Möglicherweise haben deutsche Truppen diesen Grabstein bei ihrem Rückzug dort vergessen.

Max Weissbach diente am Ende des „Großen Krieges“ auf der Artillerie-Batterie „Aachen“ am Atlantikwall, eine Anlage, die heute noch zu sehen ist und zwar im Freiluftmuseum Raversyde. Neben Bunkeranlagen, Schützengräben und Geschützstellungen aus dem Zweiten Weltkrieg sind dort auch Stellungen, wie die Küstenbatterie „Aachen“ aus 1914-1918 erhalten geblieben. Dies soll die letzte noch vollständig erhaltene Batterie aus dem Ersten Weltkrieg überhaupt sein.

Am kommenden Donnerstag wird in Belgien der Waffenstillstandstag begangen. Damit wird den Ende des Ersten Weltkriegs am 11. November 1918 gedacht. Bis dahin kann man den Grabstein von Max Weissbach noch an seinem Fundort in Raversyde sehen. Danach wird er einen offiziellen und würdigen Platz in diesem Freiluftmuseum bekommen. 

Provinzdomäne Raversyde - Reste des Atlantikwalls
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