juliette bruynseels

Bei den Brüsseler Justizbehörden gemeldete Sexualdelikte haben sich in 3 Jahren verdoppelt

Die Zahl der bei den Brüsseler Justizbehörden angezeigten Sexualdelikte hat sich innerhalb von nur drei Jahren mehr als verdoppelt. Nach den am Freitag in der Tageszeitung L'Echo veröffentlichten Zahlen haben die Brüsseler Behörden im Jahr 2020 1.977 Anzeigen wegen Sexualdelikten bearbeitet, gegenüber 924 Anzeigen im Jahr 2017. 

Nach den in L'Echo veröffentlichten Zahlen belief sich die Zahl der von den Brüsseler Justizbehörden bearbeiteten Sexualdelikte im Jahr 2017 auf 924 und stieg 2018 auf 1.639. Im Jahr 2019 blieben die Zahlen mit 1.652 mehr oder weniger stabil. 2020 gab es erneut einen deutlichen Anstieg auf 1.977 Anzeigen. Davon ist ein Großteil auf Fälle im Zusammenhang mit Kinderpornografie zurückzuführen.  

Für die Behörden haben die vielen Anzeigen u. a. mit dem gestiegenen Bewusstsein nach der #MeToo-Kampagne zu tun. Darüber hinaus hat die Einrichtung von Zentren für die Betreuung nach sexueller Gewalt, von denen sich eines in Brüssel befindet, dazu geführt, dass die Opfer wissen, wo sie Unterstützung finden und werden ermutigt, Anzeige zu erstatten.  

Aufruf zum Boykott des Nachtlebens in Brüssel

Feministische Aktivistinnen haben zu einem Boykott des Nachtlebens in der Hauptstadt am Freitagabend aufgerufen. Sie wollen damit gegen sexuelle Gewalt protestieren und auf die ihrer Meinung nach mangelnde Unterstützung für Opfer von Sexualdelikten aufmerksam machen. 

Der "Nightlife Blackout"-Protest findet statt, nachdem junge Frauen zwei Barkeeper im Studentenviertel Elsene/Ixelles angezeigt hatten, nachdem sie in den Lokalen vermutlich unter Drogen gesetzt und vergewaltigt wurden. 

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