Biostatistiker Geert Molenberghs rät von Veranstaltungen wie Weihnachtsmärkte ab

Fast 15.000 Corona-Neuinfektionen am Montag, etwa 12.000 am Dienstag: Die belgischen Corona-Zahlen bereiten Biostatistiker Geert Molenberghs (UHasselt, KU Leuven) Sorgen. Er rät den Behörden, eine Zeit lang keine Großveranstaltungen wie Lichtfestivals oder Weihnachtsmärkte zu veranstalten.  

“Eine Durchimpfungsrate von sage und schreibe über 90 Prozent in Flandern und dennoch schlechte Corona-Werte: Wie ist das möglich?", wird der Biostatistiker Geert Molenberghs dieser Tage häufiger gefragt: “Wir haben uns zu sehr auf die Impfstoffe verlassen", erklärt Molenberghs, “und die Delta-Variante des Corona-Virus unterschätzt. Bei der Wuhan-Variante wäre das Problem mit der derzeitigen Impfrate weitgehend gelöst worden. Aber gegen die Delta-Variante ist die Impfrate nicht hoch genug". 

Die Infektionsraten steigen zurzeit exponentiell an. "Es bleibt abzuwarten, ob die Zahlen weiter ansteigen oder ob es sich um einen vorübergehenden Spitzenwert handelt, der damit zu tun hat, dass die Corona-Tests nach den Herbstferien ebenfalls zugenommen haben.”

Die Infektionsraten steigen zurzeit exponentiell an. "Es bleibt abzuwarten, ob die Zahlen weiter ansteigen oder ob es sich um einen vorübergehenden Spitzenwert handelt, der damit zu tun hat, dass die Corona-Tests nach den Herbstferien ebenfalls zugenommen haben.”

In Gent lockt das Lichtfestival zurzeit zehntausende Besucher.

Kurze strenge Lockdowns wie in den Niederlanden?

Was können die Behörden gegen die rasant steigenden Infektionszahlen tun? Im Nachbarland werden kurze strenge Lockdownmaßnahmen getroffen. Molenberghs hat seine Zweifel an der Effizienz einer solchen Strategie: "Die Frage ist, ob ein kurzer Lockdown funktionieren kann, wenn danach alles wieder seinen Gang nimmt.” Molenberghs spricht sich für langfristige, aber tragbare Maßnahmen aus. Eins stehe aber fest, so der Biostatiktiker: Es besteht Handlungsbedarf. 

Der Konzertierungsausschuss, in dem sich die belgischen Behörden über die Corona-Maßnahmen beraten, ist erst für nächste Woche vorgesehen. "Aber niemand hindert uns daran, heute die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen zu treffen und über Massenveranstaltungen nachzudenken.” Der Biostatistiker nennt als Beispiel die Licht-Festivals in Gent und Brüssel: “Solche Ereignisse sind in diesem Stadium schwer zu rechtfertigen.” 

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