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Mit ANPR-Kameras: Belgiens Regierung geht strenger gegen Handy am Steuer vor

Noch immer sind die Unfallzahlen in Belgien hoch und im Durchschnitt verlieren täglich 2 Menschen hierzulande ihr Leben bei einem Verkehrsunfall. Die belgische Bundesregierung will jetzt dagegen entschiedener vorgehen. Ein sehr unfallträchtiger Grund für schwere Verkehrsunfälle ist auch die Handynutzung am Steuer während der Fahrt. Mit intelligenten Verkehrskameras soll dieses Verkehrsdelikt öfter aufgespürt werden.

Vereinbarungen der belgischen Bundesminister für Verkehr, Inneres und Justiz zur Verkehrssicherheit und zum Ziel, bis 2050 für Null Verkehrstote zu sorgen, haben einen Katalog aus insgesamt 32 Maßnahmen hervorgebracht. Das Aufspüren von Handynutzern am Steuer ist eine Maßnahme davon und dies hat einen guten Grund.

Nach Schätzungen der Bundesregierung nutzen etwa 30 % aller Autofahrer ihr Mobiltelefon während der Fahrt am Steuer. Verkehrsteilnehmer, die gegen das entsprechende Verbot verstoßen sollen jetzt auf frischer Tat erwischt werden. Dabei sollen die sogenannten „intelligenten“ ANPR-Verkehrsüberwachungskameras (Foto unten) zum Tragen kommen, die bisher bei Geschwindigkeitsübertretungen eingesetzt werden.

(Lesen Sie bitte unter dem Foto weiter)

Belga Image

Künstliche Intelligenz

Diese Kameras sollen bald über ein System mit künstlicher Intelligenz Fotos durch die Windschutzscheibe hindurch und gleichzeitig vom Autokennzeichen machen, um dabei feststellen zu können, ob der Fahrer oder die Fahrerin gerade händisch ihr Mobiltelefon am Steuer nutzt.

Die entsprechenden Bilder werden zu einer Polizeizentrale weitergeleitet, wo „echte Menschen“ letztendlich eine entsprechende Verkehrsübertretung feststellen müssen, wenn sie denn tatsächlich vorliegt. Ab 2022 sollen Politprojekte und Test laufen. 

Was sagen die zuständigen Minister dazu?

Bundesverkehrsminister Georges Gilkinet (Ecolo) spricht von zielgerichtetem Einsatz: „Die Kameras müssen proportional und zielgerichtet eingesetzt werden und mit Respekt vor dem Schutz des Privatlebens der Leute.“

Bundesinnenministerin Annelies Verlinden (CD&V) gibt in diesem Zusammenhang zu verstehen, dass dazu einige Vorschläge vorliegen, die dem Parlament vorliegen, um dem Einsatz von APNR-Kameras in dieser Hinsicht einen gesetzlichen Rahmen zu verleihen: „Wir müssen auf jeden Fall mit dem Schutz des Privatlebens Rechnung tragen. (…) Die Bilder dürfen nur eine eingeschränkte Zeit lang gespeichert werden. Aber, es dient der Verkehrssicherheit, solche intelligente Technologie zu nutzen und dann müssen wir diese auch einsetzen können.“ 

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