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533 Coronapatienten auf Intensivstationen: GEMS plädiert für  strengere Maßnahmen - Konzertierung vorgezogen

Die GEMS-Expertengruppe, die die Regierungen in Belgien in Sachen Corona berät, plädiert in ihren neuen Bericht angesichts der stark steigenden Statistiken und Zahlen dafür, eine Zeit lang das Nachtleben zu schließen, die Mundmaskenpflicht ab 9 Jahre einzuführen und das Arbeiten von zu Hause aus wieder zu verpflichten. Dies meldet die frankophone Tageszeitung De Morgen und wurde am frühen Montagmorgen gegenüber VRT NWS bestätigt.

Der GEMS-Bericht ist ein empfehlendes Gutachten, mit dem sich der Konzertierungsausschuss aus Bund, Ländern und Regionen in Belgien schon am kommenden Mittwoch (17. November) befassen wird. Dieser Termin war ursprünglich für Freitag (19. November) geplant. Er gilt als Grundlage für die Beschlüsse, die dann gefällt werden (müssen).

Die Vorschläge der Corona-Expertengruppe beinhalten neben den bereits genannten Punkten auch den Rat, risikoreiche Aktivitäten vorerst auszusetzen und die allgemeine Mundmaskenpflicht wieder auszuweiten und zwar dort, wo die Sicherheitsabstände nicht eingehalten werden können, z.B. bei Kontaktsportarten, bei Studentenaktivitäten und anderen Indoor-Veranstaltungen und Aktivitäten in Innenräumen. Diese sollten überdies um 3 bis 4 Wochen verschoben werden.

Zudem empfiehlt die GEMS-Gruppe, dass der Coronapass, auch Covid Safe Ticket genannt, nur noch bei Geimpften und Genesenen Gültigkeit haben sollte - das entspricht der sogenannten „2G-Regel“. Zudem sollte bei stattfindenden Veranstaltungen auch auf Covid-19 getestet werden.

Homeoffice, Kultur und private Kontakte

Weiter steht im neuen GEMS-Bericht auch, dass Homeoffice, wo möglich, bis zu den Weihnachtsferien wieder verpflichtet werden sollte. Zur erweiterten Mundmaskenpflicht sagt der Bericht, dass die Mundmaskenpflicht ab 9 Jahre gelten sollte - auch in den Schulen ab der 4. Klasse. Dies hatte Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) bereits am vergangenen Wochenende gefordert.

In Cafés und Restaurants sollten die Gäste wieder dazu verpflichtet werden, sich an Tischen zu setzen, nicht mehr an der Theke zu stehen und Mundmasken zu tragen, wenn sie sich in den Lokalen bewegen. Für die Kulturwelt gilt die Expertenempfehlung, bei den Veranstaltungen Mundmasken zu tragen, auch dort, wo der Coronapass gilt. Ein Aussetzen von Kulturevents steht nicht zur Debatte. Dort sollte aber, wie in den Schulen auch, auf ausreichende Belüftung geachtet werden.

Nicht zuletzt sollen die persönlichen und privaten Kontakte wieder etwas eingeschränkt werden. Hier verlangt die GEMS-Gruppe keine Verpflichtungen, doch es wird den Menschen im Land mit Nachdruck empfohlen, pro Tag nur höchstens 5 engere Kontakte zu haben.

Weiter gestiegene Zahlen

Nach Angaben von Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (Vooruit) befinden sich seit heute 533 Coronapatienten in Belgien auf Intensivstationen. Das ist ein Anstieg um 17 Fälle gegenüber Sonntag. Insgesamt wurden seit Sonntag 208 neue Coronapatienten in Krankenhäusern eingeliefert.

Corona-Statistiken für Belgien werden eigentlich nur noch von Dienstag bis Samstag veröffentlicht, denn das staatliche Gesundheitsamt Sciensano und das Krisenzentrum haben beschlossen, dass die Krankenhäuser an den Wochenenden keine Zahlen mehr in real time einreichen müssen.

Das bedeutet, dass Sonntags und Montags normalerweise keine Corona-Statistik mehr bei flanderninfo.be zu finden ist. Doch die aktuellen Angaben des Gesundheitsministers sind es wert, an diesem Montag veröffentlicht zu werden. 

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