Erneuter Protest in Gent gegen sexuelle Gewalt

Etwa 300 Menschen haben sich am Mittwochabend in Gent (Ostflandern) vor dem Rathaus (Foto) versammelt, um erneut gegen sexuelle Gewalt zu protestieren. Die TeilnehmerInnen waren entrüstet über eine Reihe von Vorfällen im Genter Nachtleben und das, was sie als "Vergewaltigungskultur" bezeichneten. Am Dienstag war eine weitere Anzeige bei der Genter Polizei wegen eines Sittlichkeitsdelikts im Ausgehviertel Overpoort eingereicht worden. 

Frauen und Mitglieder der LGBTQ-Gemeinschaft werden belästigt, angefasst oder sogar vergewaltigt. Dafür scheinen sowohl die Polizei als auch die Justiz kein Verständnis aufzubringen, beklagten die Aktivisten. Gegen 20 Uhr versammelten sich die Demonstranten um Ina Van Maele und Aynur Kabak, die die Aktion initiiert hatten, und ergriffen das Wort. 

Die Demonstranten forderten Veränderungen und stellten eine Reihe von Forderungen: "Vergewaltigung und sexuelle Gewalt sind ein strukturelles Problem, das eine strukturelle Lösung erfordert", kommentierte Aynur Kabak: "Wir fordern mehr Prävention im Bildungswesen, um die Kultur der Vergewaltigung zu beenden. Die Hilfe für Opfer muss zugänglich sein. Und die zehn versprochenen Behandlungszentren für Opfer sexueller Gewalt müssen schnell eröffnet werden", fuhr sie fort. 

Eine erste Demonstration hatte bereits letzte Woche in Gent stattgefunden, nachdem eine junge Frau wegen Vergewaltigung Ende Oktober in einem Genter Café Anzeige erstattet hatte.  

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