Büste von König Leopold II im Afrikamuseum von Tervuren
Frank Abbeloos

Kongo kündigt Initiative zur Rückführung seines Kulturerbes aus der belgischen Kolonialzeit an

Der Präsident der Demokratischen Republik Kongo, Felix Tshisekedi, kündigte in Kinshasa die Einrichtung einer Kommission für die Rückführung des kongolesischen Kulturerbes an, das das Land während der belgischen Kolonialzeit verlassen hatte. In Anbetracht des Themas seiner Amtszeit als Präsident der Afrikanischen Union mit dem Titel "Kunst, Kultur und Kulturerbe: Hebel für den Aufbau des Afrikas, das wir wollen" betonte Felix Tshisekedi, dass "die Frage der Rückführung unseres Kulturerbes angesprochen werden sollte, insbesondere mit dem Königlichen Museum für Zentralafrika in Tervuren".

Dieses Museum, das sich in der Nähe von Brüssel befindet, beherbergt eine "große Menge unserer schönsten Werke von unschätzbarem Wert", wird Tshisekedi zitiert. "Er begrüßte die Zusammenarbeit mit den belgischen Behörden und betonte die Notwendigkeit, dass dieser Rückführungsprozess in eine neue Kulturpolitik eingebettet wird, die auf gegenseitigem Respekt beruht".

Die Ursprünge des Museums in Tervuren, das früher als "Kongomuseum" bekannt war und nun "Afrikamuseum" heißt, gehen auf die Brüsseler Weltausstellung von 1897 zurück.  Seine Sammlungen wurden größtenteils während der Kolonialzeit mit Beutekunst zusammengestellt, so das Museum, das nach eigenen Angaben die Frage einer möglichen Rückgabe mit "einem offenen und konstruktiven Geist" angeht. Das Museum erinnert insbesondere daran, dass es zwischen 1976 und 1982 schon 114 ethnografische Objekte an das Institut der Nationalmuseen in Kinshasa übertragen hat.

Belgiens damaliger König Leopold II. hatte den Kongo zwischen 1885 und 1908 zu seinem persönlichen Eigentum erklärt, bevor das Land belgische Kolonie wurde, bis es 1960 seine Unabhängigkeit erlangte.

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