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Run auf die Testzentren in Belgien - Kontaktverfolgung hinkt hinterher

Die steigenden Coronazahlen führen dazu, dass sich viele Menschen auf das Coronavirus Covid-19 testen lassen. Die Testzenten in Belgien sind demzufolge überlastet. Das führt zu Verspätungen. Auch das Kontakt-Tracing hinkt hinterher, denn die Callcenter können mit dem Tempo nicht Schritt halten. Es gab Tage, an denen über 120.000 Coronatests durchgeführt wurden… Inzwischen wird ein System eingeführt, das alle Beteiligten entlasten soll. 

Die sehr ansteckende Delta-Variante sorgt für aktuell rund 100.000 Tests pro Tag und sowohl die Testzentren, als auch die Callcenter der Kontaktverfolgung sind am Limit. Der Druck wird langsam unhaltbar, die Karine Moykens, Leiterin der belgischen Testzentren und der Kontaktverfolgung: „Wir hatten während 3 Tagen sogar über 120.000 Tests pro Tag. Wir können maximal auf 125.000 bis 150.000 Tests pro Tag hochschalten. In einigen Zentren setzen wir mit mobilen Teams mehr Personal ein.“

Früher haben wir an einem Tag 34.000 Personen kontaktieren können, doch das ist heute nicht mehr möglich.“  

Karine Moykens, Leiterin Test & Tracing

Die Herausforderung ist, zur Verstärkung geeignetes Personal zu finden. Und inzwischen brauchen auch die Impfzentren im Land wieder mehr Mitarbeiter, die sich aus dem gleichen Pool rekrutieren. Als die Coronazahlen vor einigen Monaten zurückgingen, wurde Personal abgebaut - Mitarbeiter, die heute fehlen, so Moykens: „Seinerzeit konnten wir uns noch auf das Notgesetz berufen und Pflegepersonal aus anderen Bereichen einspringen lassen.“ Früher, so Karine Moykens, habe man an einem Tag 34.000 Personen kontaktieren können, doch „das ist heute nicht mehr möglich.“ 

Hochrisikokontakte einfacher zum PCR-Test zulassen

Inzwischen haben die Gesundheitsminister in Belgien ein System auf den Weg gebracht, mit dem das Kontakttracing entlastet werden kann. Hochrisikokontakte sollen schneller erreicht werden und diese sollen einfacher und rascher ihre PCR-Tests ablegen können. Positiv getestete sollen ihre Hochrisikokontakte (inkl. Kontaktdaten) auf der Internetseite des belgischen Gesundheitsministeriums angeben. Damit kann allen Betroffenen ein Code gegeben werden, der ihnen ermöglicht, sich rasch PCR testen zu lassen.

Ein zweiter Weg ist, dass die Corona-Alert-App, die aufzeigt, wenn man einen Hochrisikokontakt hatte, mit der Webseite des Bundesgesundheitsministeriums per Link direkt verbunden wird. Ab diesem Moment kann man so verfahren, wie oben beschrieben. Dieses System soll dabei helfen, die Callcenter der Kontaktverfolgung und auch die Hausärzte zu entlasten, die ebenfalls von Patienten überrannt werden, die sich testen lassen wollen. 

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