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Folge der Covid-19-Pandemie: Lockdown senkte die Zahl der HIV-Neudiagnosen um 21%

Die Zahl der HIV-Neudiagnosen ging im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2019 um 21% zurück, wie aus dem Jahresbericht von Sciensano über das humane Immundefizienz-Virus (abgekürzt HIV) hervorgeht, das nach einer unterschiedlich langen, meist mehrjährigen symptomfreien Latenzphase in der Regel zu AIDS führt. Im Jahr 2020 wurden in Belgien 727 neue Fälle bestätigt, das sind zwei pro Tag. Ein starker Rückgang, der mit der Covid-19-Pandemie und den Maßnahmen zur Einschränkung ihrer Verbreitung zusammenhängt, betont das Institut für öffentliche Gesundheit. Die HIV-Übertragung sei aufgrund des Rückgangs der sexuellen Interaktionen infolge der Einschränkung von körperlichen und sozialen Kontakten reduziert worden.

Bei Einwohnern mit ausländischer Staatsangehörigkeit wurde der Rückgang der HIV-Diagnosen ebenfalls hauptsächlich während der Zeit des Lockdowns verzeichnet, was unter anderem auf Reisebeschränkungen zurückzuführen ist, "was einen großen Einfluss auf die internationale Migration nach Belgien und höchstwahrscheinlich auch auf die Diagnose von HIV-Infektionen bei Ausländern hatte".

Die HIV-Epidemie in Belgien zeichnet sich heute durch ihre Vielfalt aus, so Sciensano weiter. Während die besonders betroffenen Schlüsselpopulationen gewöhnlich Männer, die Sex mit Männern haben, mit belgischer Staatsangehörigkeit, sowie heterosexuelle Männer und Frauen aus Subsahara-Afrika sind, gewinnen andere Bevölkerungsgruppen heute proportional mehr an Bedeutung.

"Angesichts der zunehmenden Vielfalt der von HIV betroffenen Bevölkerungsgruppen müssen die Präventions- und Teststrategien sowie die Pflege integrativ und für alle betroffenen Bevölkerungsgruppen zugänglich sein", betont Sciensano.

Der Rückgang der HIV-Diagnosen fiel auch weitgehend mit der Verringerung der Testaktivität zusammen, die vor allem während der Zeit des Lockdowns zu beobachten war.

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