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Zeitungsbericht: Flämisches Callcenter für Corona-Kontakt-Tracing steht unter Betrugsverdacht

Es gibt starke Hinweise darauf, dass eines der Callcenter, die von den flämischen Behörden für die Nachverfolgung von Hochrisikokontakten von Coronainfizierten (Kontakt-Tracing) eingerichtet wurden, seit fast einem Jahr Leistungen in Rechnung stellt, die nicht stattgefunden haben, berichtete die Zeitung Het Laatste Nieuws am Sonntagabend. Der betrügerisch in Rechnung gestellte Betrag könnte über eine Million Euro betragen. Die flämische Agentur Pflege und Gesundheit hat beschlossen, Klage einzureichen.

Mifratel, eine Tochtergesellschaft des Callcenter-Unternehmens Yource, das mit fünf anderen Unternehmen bei der Kontaktverfolgung von Corona-Hochrisikokontakten in Flandern zusammenarbeitet, soll Kontaktverfolgern systematisch erlaubt haben, an anderen Projekten zu arbeiten, die Leistungen aber der flämischen Gesundheitsbehörde in Rechnung gestellt haben.

Etwa vierzig dieser Mitarbeiter hätten sich demzufolge seit dem vergangenen März täglich auf der Online-Plattform für die Kontaktsuche eingeloggt, aber gleichzeitig andere Aufträge des Unternehmens ausgeführt. Die Behörden zahlen 41,63 Euro pro Stunde für einen Kontaktermittler. Für diese vierzig Personen sollen insgesamt tausende nicht geleistete Arbeitsstunden abgerechnet worden sein, und der unrechtmäßig kassierte Betrag könnte eine Million Euro übersteigen.

Die Muttergesellschaft Yource erklärte in einer ersten Reaktion, sie werde die Vorwürfe prüfen und den Betrag zurückerstatten, „wenn er falsch abgerechnet wurde".

Klage der flämischen Agentur Pflege und Gesundheit

Die flämische Agentur Pflege und Gesundheit kündigte an, dass sie eine Klage gegen das Callcenter einreichen werde. Außerdem wurde die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen sofort eingestellt und eine externe Revision für die anderen Unternehmen des Konsortiums in Auftrag gegeben.

"Wir wollen die Arbeitsweise und die falschen Abrechnungen von Yource vor Gericht gründlich überprüfen lassen und, falls sich der Betrugsverdacht bestätigt, alle Zahlungen für die falschen Rechnungen zurückfordern", sagte Dirk Dewolf, Geschäftsführer der Agentur Pflege und Gesundheit.

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