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Das hat der Konzertierungsausschuss beschlossen: 3 Wochen Weihnachtsferien und Maske ab 6

"Die Herbstwelle ist viel heftiger als erwartet", sagte Premierminister Alexander De Croo (Foto) am Nachmittag auf der Pressekonferenz nach dem Konzertierungsausschusses aller belgischen Regierungen, der seit Freitagmorgen, um 9:00 Uhr tagte . "Unsere Infektionsraten gehören zu den höchsten in Europa. Der Druck in der Pflege ist unerträglich geworden. Wir alle haben die Hilferufe der letzten Tage mitbekommen. Aber es gibt nicht nur Probleme in der Pflege, auch im Bildungswesen und in den Unternehmen fallen viele Menschen aus, weil sie krank sind oder unter Quarantäne stehen."

"Der Seuchenzug, der durch das Land donnert, kann nicht in diesem Tempo weiterfahren", sagte De Croo weiter. "Wir müssen ihn stoppen. Deshalb ergreifen wir Maßnahmen, damit der Druck in unseren Krankenhäusern so schnell wie möglich abgebaut werden kann."

Premierminister Alexander De Croo (Open VLD, flämische Liberale) dankte den "8 Millionen Belgiern, die geimpft wurden". "Obwohl die Zahl der Infektionen sehr hoch ist, ist die Zahl der Todesfälle deutlich geringer als in anderen Ländern mit vielen Infektionen. Dies ist auf unsere hohe Durchimpfungsrate zurückzuführen. In den letzten Monaten gab es deshalb 8.000 Todesfälle weniger und 30.000 Krankenhauseinweisungen weniger ".

Zum dritten Mal innerhalb von drei Wochen hat der Beratende Ausschuss zusätzliche Coronamaßnahmen ergriffen. HIER finden Sie die neuen Corona-Richtlinien in der bündigen Zusammenfassung von Be-Alert, dem belgischen Krisenzentrum. Die Regeln gelten ab morgen (Samstag), aber Premierminister De Croo betonte, dass Bürgermeister oder Gouverneure jederzeit beschließen können, Veranstaltungen, die heute Abend stattfinden, schon abzusagen.

KINDER UND BILDUNG

  • Von nun an müssen Kinder ab dem sechsten Lebensjahr eine Maske tragen: in der Schule, aber auch an allen anderen Orten, an denen der Mundschutz vorgeschrieben ist.
  • Eine Klasse wird schneller in Quarantäne gehen müssen. Dies wird ab zwei Infektionen pro Klasse geschehen (bisher waren es drei).
  • Alle Klassen müssen auch mit einem CO2-Messgerät ausgerüstet werden. Übersteigt der Wert 900 ppm, müssen Maßnahmen ergriffen werden. Ein Wert über 1.200 ppm bedeutet, dass die Schüler das Klassenzimmer verlassen müssen. CO2-Geräte messen, wie gesund (oder ungesund) die Luft in einem Raum ist.
  • In der Sekundarstufe höchstens 50 % Präsenz-Unterrichts. Die Prüfungen können jedoch wie geplant stattfinden.
  • Für den Kindergarten und den Grundschulbereich beginnen die Weihnachtsferien schon am 18. Dezember. Es wird also drei statt zwei Wochen Weihnachtsferien geben. 
  • Außerdem gilt ein Verbot für außerschulische Aktivitäten geben. Den Eltern wird außerdem empfohlen, ihre Kinder regelmäßig (selbst) zu testen.

VERANSTALTUNGEN UND FREIZEIT

  • Große Indoor-Veranstaltungen sind ab jetzt verboten. An diesem Wochenende sind noch Veranstaltungen mit mehr als 4.000 Teilnehmern möglich, ab Montag nur noch mit 200 Teilnehmern. Die Maßnahmen kommen für heute Abend zu spät, aber Provinzgouverneure können wohl noch eingreifen und bereits für das Wochenende geplante Verantstaltungen noch absagen
  • Veranstaltungen mit weniger als 200 Personen im Innenraum sind nach den geltenden Vorschriften weiterhin zulässig. Lies: jeder einen Corona-Pass (Covid-Safe-Ticket), jeder einen Sitzplatz und jeder einen Mundschutz.
  • Die Museen dürfen geöffnet bleiben.
  • Die Kinosäle können ebenfalls geöffnet bleiben, allerdings mit einer Höchstzahl von 200 Personen pro Leinwand und einem Sitzabstand von 1,5 Metern. 
  • Profisportarten im Freien, wie z. B. Fußball, können weiterhin mit Zuschauern stattfinden.
  • Sportwettkämpfe in Innenräumen dürfen nur ohne Publikum stattfinden.
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Hotels und Gastronomie

  • Das Gaststättengewerbe kann wie bisher bis 23:00 Uhr geöffnet bleiben: nur sitzende Verpflegung, maximal 6 Personen pro Tisch. Die Experten hatten gefordert, dass Kneipen und Restaurants um 20:00 Uhr schließen sollten. 

SOZIALE KONTAKTE UND ARBEIT

  • Die von den Experten empfohlene soziale Blase ("Kontakt-Bubble") wird nicht erneut eingeführt. Es wird jedoch empfohlen, die Kontakte zu begrenzen.
  • Die Homeoffice-Pflicht mit höchstens einem Präsenztag am Arbeitsplatz pro Woche bleibt bestehen. Teambuilding-Aktivitäten und andere Feiern am Arbeitsplatz sind verboten.

Gesundheitsminister konnte sich mit Forderung der sofortigen Schulschließung nicht durchsetzen

Die Sitzung der belgischen Regierung und der Länderregierungen, die um 9 Uhr begann und mehr als fünf Stunden dauerte, fand nur eine Woche nach der letzten Sitzung des Konzertierungsausschusses statt. Angesichts der Schwere der vierten Welle und der Situation auf den Intensivstationen des Landes bestand jedoch ein breiter Konsens darüber, dass zusätzliche Corona-Schutzmaßnahmen erforderlich waren.

Wie diese Maßnahmen aussehen sollten, war jedoch Gegenstand langwieriger Diskussionen. Der Bundesgesundheitsminister Frank Vandenbroucke (flämischer Sozialist) wollte, dass die Grundschulen sofort für zwei Wochen geschlossen werden. Die Bildungsminister Flanderns, Walloniens und Ostbelgiens lehnten dies jedoch vehement ab. Vandenbroucke reagierte enttäuscht auf den Kompromiss. 

Am Ende einigte man sich darauf, dass die Grundschulen und Kindergärten nicht geschlossen werden. Stattdessen wurde beschlossen, dass die Weihnachtsferien, die eigentlich an Heiligabend beginnen sollten, eine Woche früher beginnen werden. Die Kinder der Grundschulen werden nun am Freitagabend, dem 17. Dezember, in die Ferien gehen und am Montag, dem 10. Januar, morgens in die Schule zurückkehren.

Flanderns Bildungsminister Weyts (N-VA) findet die Maskenplicht ab 6 keine gute Entscheidung, ist aber zufrieden, dass die Schulen vorerst geöffnet bleiben. 

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