Der belgische Mikrobiologe Herman Goossens ist durch Omikron verunsichert

Aktuell sind viele Wissenschaftler und Mediziner mit der Frage beschäftigt, wie gefährlich die neue Coronavariante Omikron wohl ist. Der südafrikanische Arzt Hugo Tempelman sagte am Sonntagmorgen, dass er „vorläufig erleichtert“ sei, da diese Variante nicht für mehr Druck auf die Coronalage sorge. Der belgische Mikrobiologe Herman Goossens (Foto) von der Antwerpener Universität ist hingegen nicht so sorgenfrei.

Herman Goossens sagte am Sonntag in der VRT-Magazinsendung „De zevende dag“ („Der siebte Tag“), dass er nicht wirklich beruhigt sei. Er nennt die Situation in dieser neuen Phase der Pandemie, die Omikron einleitet, „verwirrender, unsicherer und schwieriger als vor einem Jahr.“

Goossens sieht aktuell drei Parameter, die eine Rolle bei der Einschätzung von Omikron eine Rolle spielen: „Zuerst die Ansteckung. Und die liegt höher als bei der Deltavariante. Zum Zweiten: Wie krank macht sie und wie tödlich ist sie? Eine Variante, die 50 % ansteckender ist, ist gefährlicher als eine Variante, die 50 % tödlicher ist.“

Eine Variante, die 50 % ansteckender ist, ist gefährlicher als eine Variante, die 50 % tödlicher ist.“

Herman Goossens, Mikrobiologe (UAntwerpen)

Dies, so Goossens, mache nämlich in absoluten Zahlen einen großen Unterschied aus. Aber, den Mikrobiologen bereitet noch ein dritter Parameter Sorgen: „Zum Schluss ist da noch die Frage, ob die neue Variante der bestehenden Immunität ausweichen kann.“ Hier habe man beunruhigende Informationen, die aus Südafrika und Großbritannien kommen: „Also wir machen uns auf jeden Fall Sorgen.“

Aber, Goossens ist auch der Ansicht, man könne nicht sagen, dass jetzt alles anders als bisher sein wird. Deshalb müsse man die kommenden Wochen abwarten. Derzeit werden mit allen Kräften neue klinische Daten zu dieser neuen Variante gesammelt und ausgewertet. 

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