Gesellschaft: Wie gefährlich ist die Corona-Gegenbewegung in Belgien?

Der Widerstand gegen die Corona-Maßnahmen hat in Belgien in den letzten Monaten stark zugenommen und führt zu mehr Polarisierung, zu mehr Extremismus und zu mehr Bedrohungen. In den Augen von OCAD - das staatliche belgische Organ für die Analyse von Gewalt- und Terrorbedrohung - lässt sich die hier sogenannte „Gegenbewegung“ teilweise auch von rechten Kräften vereinnahmen. 

In seiner aktuellen Analyse, in die VRT NWS Einblick hatte, zeichnet das OCAD ein recht düsteres Bild des Widerstandes gegen die Corona-Maßnahmen in unserem Land. Dass diese Bewegung vor zwei Wochen über 30.000 Menschen zusammenbringen konnte, um gegen die Corona-Politik zu demonstrieren, eine Demonstration, die durch extreme Gewaltausbrüche in die Schlagzeilen geriet, hatte sogar hier für eine Überraschung gesorgt.

Im OCAD-Bericht heißt es dazu: „Organisationen diverser Signatur bündelten zum ersten Mal zusammen ihre Kräfte in ihrer Kritik an der Corona-Politik.“ Laut OCAD handelt es sich hier um eine „Gegenbewegung“, der es gelingt, sich einen immer prominenteren Platz im öffentlichen Raum zu erzwingen.

Die Aufrufe und die Hassberichte in den sozialen Netzwerken werden immer schärfer, was für ein „aufgeheiztes und polarisiertes Klima“ sorgt: „Hassparolen, die sich an die Politiker, an die Medien und an die Virologen richten, scheinen so gesellschaftlich immer mehr akzeptiert zu werden.“

Was das OCAD auch besorgt ist, dass sich die Anti-Corona-Bewegung, wie z.B. in Deutschland auch, immer mehr von rechten und rechtsextremen Kräften vereinnehmen lässt. Das OCAD warnt davor, dass eine mögliche allgemeine Impfpflicht, genauso, wie der Coronapass vor kurzem, die Proteste noch weiter anstacheln könnte.

An diesem Sonntag fand in Brüssel eine weitere Demonstration gegen die Coronapolitik statt. Hier protestierte die Bewegung „Belgium United For Freedom“ gegen die Impfpflicht, gegen das Corona Safe Ticket und gegen „mentale Manipulation“. Es wurden erneut mehrere Tausend Demonstranten erwartet und die Polizei war mit allen Kräften auf mögliche Krawalle vorbereitet. Leider kam es auch diesmal wieder zu Randale nach dem Abschluss der Veranstaltung und die Polizei musste einschreiten. 

Meist gelesen auf VRT Nachrichten