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Wegen coronabedingter Personalausfälle: Belgiens Bahn streicht 120 Zugverbindungen

Die belgische Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB sieht sich gezwungen, aufgrund von Personalmangel infolge der vierten Welle der Corona-Pandemie weitere Zugverbindungen auszusetzen. Ab dem heutigen Montag, dem 6. Dezember, werden rund 120 Fahrten ausgesetzt und das sind etwa 3,2 % der rund 3 800 Fahrten, die die Bahn täglich in ganz Belgien durchführt. 

Die eingestellten Dienste konzentrieren sich in Flandern auf 5 Strecken. Einer von vier werktäglichen Intercity-Diensten (IC) zwischen Brüssel und Antwerpen ist ausgesetzt. Die Linie S32 zwischen Puurs (Provinz Antwerpen) und Roosendaal (Niederlande) verkehrt nur noch stündlich statt halbstündlich. Die Linie S53 zwischen Gent-Sint-Pieter und Lokeren (Ostflandern) wurde komplett gestrichen. Der IC-Zug wird jedoch den Bahnhof Beervelde anfahren, um den Fahrgästen dort weiterhin eine Bahnverbindung zu bieten.

In Wallonien wurden die IC-Züge zwischen Mons und Aulnoye sowie zwischen Namur, Charleroi und Maubeuge (Frankreich) ebenfalls vorübergehend eingestellt.

Die Bahn sah sich gezwungen, die Dienste aufgrund von Personalmangel auszusetzen, da viele Eisenbahner entweder krankheitsbedingt ausfielen oder in Quarantäne mussten. In einer am Montag veröffentlichten Presseerklärung erklärte die Bahn, dass sie die Dienste wieder aufnehmen wird, sobald der Personalausfall so weit zurückgegangen ist, dass sie dies tun kann.

Die Bahngesellschaft hofft, ihren Fahrgästen durch die vorzeitige Streichung von Strecken und Angeboten mehr Klarheit zu verschaffen und zu verhindern, dass Dienste in letzter Minute gestrichen werden müssen.

Die vierte Welle der Pandemie hat auch zu einem Rückgang der Fahrgastzahlen im Bahnverkehr geführt. Derzeit liegt das Fahrgastaufkommen bei 70 % des Niveaus vor Ausbruch der Pandemie. Im September und Oktober waren es noch 80 %.

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